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JAGDRECHT

Jagdrecht, Juni 2017

Niederösterreich: Ende der Jagdgatter

Nach dem Burgenland wird auch in Nieder­österreich die bevorstehende Jagdgesetznovelle das Ende der „umfriedeten Eigenjagdgebiete“ bringen. Allerdings mit einer mittelfristigen Übergangsfrist bis 2029.

Ing. Martin Grasberger

Am 16. Mai 2017 wurde im Landtagsklub der Volks­partei Niederösterreich eine Presse­konferenz abgehalten, bei der von LH-Stellv. Dr. Stephan Pernkopf ein Thema behandelt wurde, das noch vor dem Sommer in den Landtag ein­gebracht wird und für Jäger interessant ist: das Jagd­gesetz. 
LH-Stellv. Dr. Pernkopf: „Seit meinem Amts­antritt in der nö. Landes­regierung habe ich immer wieder dafür gesorgt, dass das Jagdgesetz gemeinsam mit der Jägerschaft und konstruktiven Kräften im Landtag zeitgemäß und positiv weiterentwickelt wird. 
Mir geht es immer um zwei wichtige Anliegen: Erstens, um die neuesten Erkenntnisse der Wildbiologie zur Grundlage des jeweils aktuellen nö. Landesjagdgesetzes zu machen, und zweitens die weidgerechte und tradi­tionsreiche Jagd in Niederösterreich entsprechend abzusichern. Es geht nicht nur um die gesellschaftliche Akzeptanz, sondern auch um den laufenden Ausgleich mit anderen Interessenten, etwa der Land- und Forstwirtschaft, nicht zuletzt hinsichtlich der Wildschäden an land- und forstwirtschaftlichen Kulturen. 
Deswegen wurden in der Ver­gangenheit bereits zahlreiche Maß­nahmen im Landesjagdgesetz ver­ankert, zum Beispiel die verpflichtende Weiterbildung für Jagdleiter; aber auch Maßnahmen, um die Wildschäden weiter zu verringern. 
Ein immer wieder kontrovers diskutiertes Thema ist die Frage der Jagd in ,umfriedeten Eigenjagd­gebieten‘ – Stichwort: Jagdgatter. Auch hier wurden in den letzten Jahren immer wieder Verschärfungen vor­genommen: Es sind Aufzeichnungspflichten eingeführt und gewisse Jagdformen unterbunden worden. Es ist vor allem das Aussetzen von Tieren massiv eingeschränkt worden. Nun stellt sich die Frage: Wie gehen wir mit den in Niederösterreich bestehenden 71 Jagd­gattern um? Wir haben vor zwei Jahren die Möglichkeit, neue Jagd­gatter zu errichten, unterbunden. 
Bis zu diesem Zeitpunkt konnte jeder in- oder ausländische Interessent einen Antrag stellen und ein paar Hundert oder ein paar Tausend Hektar ein­zäunen, wobei gleichzeitig mit Steuer­geldern in Millionenhöhe Grünbrücken für den Wildwechsel finanziert werden. Damit muss nun Schluss sein ...

Artikel in der aktuellen Ausgabe auf Seite 46. 

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