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JAGDRECHT

Jagdrecht, Februar 2019

"Problemwölfe"

Die Rückkehr des Wolfes stellt Jägerinnen 
und Jäger vor große Herausforderungen – beim Hundeeinsatz im Revier, bei der Bewirtschaftung des Schalenwildes und generell bei der Ausübung der Jagd. – Neue gesetzliche Regelung in Nieder­österreich im Umgang mit Problemwölfen.

Mag. Sylvia Scherhaufer, Generalsekretärin des NÖ Landesjagdverbandes

Am 11. Dezember 2018 trat die Verordnung betreffend Maßnahmen zum Schutz von Menschen und Abwendung von Schäden nach dem NÖ Jagdgesetz 1974 – kurz „Wolfsverordnung“ genannt – in Kraft.

Zahlreiche Wolfsrisse innerhalb weniger Wochen haben im vergangenen Sommer sowohl den betroffenen Landwirten als auch der Bevölkerung in den niederösterreichischen Bezirken Gmünd und Zwettl massive Sorgen bereitet. Die zuständigen Bezirkshauptmannschaften haben daher erstmals in Nieder­österreich von der Möglichkeit des § 100a NÖ Jagdgesetz Gebrauch gemacht, Aufträge für Schutzmaßnahmen an die Jagdausübungsberechtigten der betroffenen Reviere zu erteilen, wenn es sich im Interesse der öffent­lichen Sicherheit oder zur Abwendung von ­erheblichen Schäden an Vieh­beständen als notwendig erweist. Per Bescheid wurden Vergrämungsmaßnahmen mit Schreckschüssen und Gummigeschossen im Nahbereich von Weidetieren auf­getragen.

Um den Behörden für den Umgang mit problematischen Verhaltensweisen von Wölfen eine Handlungsrichtlinie zu geben, wurde in § 100a Abs. 4 ­NÖ Jagdgesetz eine Verordnungsermächtigung der Landesregierung aufgenommen, von welcher sie nun ­Gebrauch gemacht hat. 

Die „Wolfsverordnung“ erlaubt nicht die generelle Bejagung oder Entnahme von Wölfen. Vielmehr definiert sie ­Kriterien zur Einschätzung der Gefähr­lichkeit von bestimmten Verhaltensweisen bei Begegnungen von Wolf und Mensch und/oder Hunden sowie Kriterien zur Abwendung von landwirtschaftlichen Schäden und legt die daraus zu treffenden Maßnahmen fest. Die Verordnung orientiert sich an der Vollzugshilfe Wolf der Schweiz sowie der Wolfsverordnung des deutschen Bundeslandes Brandenburg.

Wird eine Wolfsbegegnung bei der zuständigen Bezirkshauptmannschaft oder dem Magistrat gemeldet, kann die Behörde anhand der Verordnung entscheiden, welche Maßnahme zu setzen ist. Die Verordnung unterscheidet Begegnungen zwischen Mensch/Wolf und zwischen landwirtschaftlichen Nutz­tieren/Wolf und legt Kriterien zur ­Einschätzung der Gefährlichkeit bzw. zur Abwendung drohender landwirtschaftlicher Schäden fest.

Je nachdem, ob ein Verhalten als unbedenklich, auffällig, unerwünscht oder problematisch eingestuft wird, sind bestimmte Maßnahmen, wie Information der Bevölkerung, Über­wachung, Vergrämung oder als letzte Konsequenz der Abschuss, vorgesehen. Vergrämungsmaßnahmen und Abschuss sind dem Jagdausübungsberechtigten mittels Bescheid aufzutragen.

Begegnungen Wolf & Mensch
Unbedenklich ist das Verhalten eines Wolfes dann, wenn es ...

Artikel in der aktuellen Ausgabe ab Seite 56. 

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