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JAGDRECHT

Jagdrecht, August 2018

Fallenjagd auf Sauen

Immer wieder kommt es im Jagdbetrieb zu Situationen, in denen das (jagd-)rechtliche Wissen auf dem Prüf­stand steht. An dieser Stelle werden in loser Folge jagdrechtliche Fragen beantwortet. Diesmal: Fallenjagd auf Schwarzwild.

Mag. Wolfgang A. Orsini und Rosenberg, Rechtsanwalt

Die Fallenjagd unterliegt – insbesondere aus tierschutzrechtlichen Erwägungen – starken Regulierungen, weshalb die jeweiligen Landesgesetze Rege­lungen enthalten, die detailliert festlegen, welche Arten und Methoden der Jagd zulässig sind. Ergänzend ist zu er­wähnen, dass die Verwendung von Fallen im Rahmen der Jagdausübung nicht dem österreichischen Tierschutzgesetz unterliegt, da die Ausübung der Jagd und Fischerei von der Anwendung dieses Bundesgesetzes ausgenommen ist.

Am Beispiel Niederösterreichs 
Das NÖ Jagdgesetz enthält in § 92 eine generelle Regel: Die Verwendung von Fallen und anderen Selbstfang­vorrichtungen im Jagdbetrieb ist grundsätzlich verboten. Davon ausgenommen sind nur Kastenfallen zum Lebendfang von Raub- und Schwarzwild. 
Das Gesetz regelt diesen Anwendungsfall hier daher erneut nach dem Regel-Ausnahme-Prinzip. Der Bezirks­verwaltungsbehörde obliegt es, mit Verordnung die Verwendung von Fallen auch für Rabenvögel und weitere Vogel­arten zu gestatten. Aber zurück zum Schwarzwild ...

Kriterien
Wenn Fallen zur Bejagung eingesetzt werden, müssen nachstehende Kriterien erfüllt werden: 

  • Nur zugelassene Fallen dürfen verwendet werden. Die Landes­regierung ist hier zuständig für die Festlegung von Art, Ausge­staltung und Funktion, was per Verordnung geschieht.
  • Nur geeignete Personen dürfen Fallen aufstellen. Auch hier wird von der Landesregierung festgelegt, welche Qualifikation diese Personen nachzuweisen haben. 
  • Um Qualen für die Wildtiere zu vermeiden, müssen die Fallen in kurzen Zeitabständen regelmäßig überprüft werden. Der Gesetz­geber sieht hier vor, dass dies mindestens einmal täglich zu erfolgen hat.
  • Wenn andere Fallen als Kastenfallen verwendet werden, müssen in der Umgebung deutliche Warnzeichen angebracht werden.
  • In Österreich dürfen Wildtiere nur lebend gefangen werden.
  • Selbstverständlich ist die Verwendung von Giften (Ausnahme: Wanderratte) generell verboten.

Der § 93 des Niederösterreichischen Jagdgesetzes nimmt explizit Bezug auf Wildseuchen. Liegt der Verdacht des Auftretens einer Wildseuche nahe oder wurde eine solche bereits fest­gestellt, hat der Jagdausübungs­berechtigte sowie alle in seinem Jagdgebiet verwendeten oder zugelassenen Personen unverzüglich eine Anzeige an die Bezirksverwaltungsbehörde zu erstatten ...

Artikel in der aktuellen Ausgabe auf Seite 36. 

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