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JAGDRECHT

Jagdrecht, Dezember 2017

Verwahrung von Waffen und Munition

Immer wieder kommt es im Jagdbetrieb zu Situationen, in denen das (jagd-)rechtliche Wissen auf dem Prüf­stand steht. An dieser Stelle werden in loser Folge jagdrechtliche Fragen beantwortet. – Teil 13: Verwahrung von Waffen und Munition.

Mag. Wolfgang A. Orsini und Rosenberg, Rechtsanwalt

Der Eigentümer einer Schusswaffe ist stets verpflichtet, diese „in zumutbarer Weise vor unberechtigtem Zugriff“ zu schützen und ist angehalten, mit der (Jagd-)Waffe mit der höchst­möglichen Sorgfalt umzugehen. Damit soll zum einen der (bloße) Diebstahl, zum anderen die unbefugte Verwendung der Waffe verhindert werden. 
Was genau unter dem Begriff „in zumut­barer Weise“ zu verstehen ist, wird vom Gesetzgeber nicht explizit definiert. Hier hat die Behörde im Einzelfall Beurteilungsspielraum.
§ 6 Waffengesetz bestimmt, dass als Besitz von Waffen und Munition bereits die Innehabung gilt. Sobald man also Waffen und Munition an sich nimmt oder in einen Bereich (Wohnung, Kfz) bringt, der einem zuzurechnen ist, besitzt man nach dem Waffengesetz bereits Waffen oder Munition.

Welche Kriterien gelten nun für die richtige Verwahrung von Schusswaffen?
Hier wird zwischen „Innenschutz“ und „Außenschutz“ unterschieden.

  • Innenschutz
    Diese Maßnahmen sollen Schutz vor dem Zugriff bieten. Insbesondere soll damit der Schutz vor der unbefugten Verwendung durch Mitbewohner oder andere berechtigterweise in den Räumlichkeiten anwesenden Personen sichergestellt werden. Dabei ist entscheidend, dass Kinder, Besucher oder an­wesende Dritte (Gäste, Handwerker usw.) nicht zufällig Zugriff zu den Waffen erlangen können. Hierzu wären jedoch grundsätzlich schon Glasvitrinen oder Wandhalterungen ausreichend, welche gesondert versperrt werden können.
  • Außenschutz
    Hier geht es um den Schutz vor unbefugter Verwendung/Zueignung durch dritte Personen, die nicht Mitbewohner sind und sich unrechtmäßig in den Räumlichkeiten aufhalten. Zu denken ist hier ins­besondere an Einbrecher. Auch hier gibt es keine absoluten Regelungen, die den Waffenbesitzer konkret zu ganz bestimmten Verhaltensweisen verpflichten. Je nach Lage können unterschiedliche Schutzmechanismen vonnöten sein. So können entweder technische Maßnahmen, wie die Ein- und Aufbruchssicherheit von Räumlichkeiten und Behältnissen, oder sogar Alarmanlagen erforderlich werden. Es macht also einen Unterschied, wo die Waffen verwahrt werden. Bessere und technisch ausgereiftere Schutzmaßnahmen werden in einer abgelegenen Jagdhütte aus Holz notwendig und zumutbar sein, während hingegen in einer Wohnung im Stadtzentrum mit einem modernen Sicherheitsschloss und einer Sicherheitstür geringere Investitionen in den Außenschutz erforderlich sind.

Es spielt daher auch die Lage des Aufbewahrungsorts (Haus, Wohnung, Stadt, abgelegener Standort) eine entscheidende Rolle. In einer Erdgeschosswohnung ohne vergitterte Fenster und ohne zeitgemäße Schließvorrichtungen der Wohnungstür werden die not­wendigen Schutzmaßnahmen intensiver sein müssen als in einer Wohnung im 4. Stock mit einer einbruchshemmenden Tür.
Ein Waffenschrank oder Waffentresor kann sowohl vor der unrecht­mäßigen Aneignung durch Dritte als auch vor der unbefugten Verwendung im Innenbereich schützen. Wird daher ein Waffenschrank oder Waffentresor verwendet, muss die Einbruchssicherheit der Wohnung oder eines Hauses wiederum nicht übermäßig groß sein ...

Artikel in der aktuellen Ausgabe auf Seite 46. 

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