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JAGDRECHT

Jagdrecht, August 2017

Jagd in Ballungsräumen

Immer wieder kommt es im Jagdbetrieb zu Situationen, in denen das (jagd-)rechtliche Wissen auf dem Prüf­stand steht. An dieser Stelle werden in loser Folge jagdrechtliche Fragen beantwortet. – Teil 9: Jagd in der Stadt.

Mag. Wolfgang A. Orsini und Rosenberg, Rechtsanwalt

Für viele ist völlig klar, dass die Jagd zum (Land-)Leben gehört und mit diesem untrennbar verbunden ist. Daher fehlt oft die Vorstellungskraft, dass auch Ballungsräume und sogar Städte Lebensraum für Wildtiere sein können. Tatsächlich sind viele Wildarten auch in Großstädten heimisch, und manche von ihnen scheuen den Menschen rein gar nicht. Wie sieht es aber mit der Be­jagung und weiteren rechtlichen Themen in der Stadt aus?
 
Stadt als Jagdgebiet
Auf den ersten Blick könnte man annehmen, dass Jagd und Ballungsraum einander ausschließen. Aber weit gefehlt: Auch das „Stadtgebiet“ ist als jagdlich nutzbare Fläche grundsätzlich geeignet und kann daher jagdwirtschaftlich genutzt werden.
Gesetzlich (beispielsweise § 17 NÖ Jagdgesetz und § 9 Wr. Jagdgesetz) ist festgelegt, dass die Jagd auf Friedhöfen, öffentlichen Anlagen und öffentlichen Parkanlagen sowie in Häusern und Gehöften samt der dazugehörigen durch Umfriedung abgeschlossenen Häuser und Hausgärten und Gehegen ruht. Auch kann auf Antrag des Grund­eigentümers für fest umschlossene Flächen und Flächen, die zu Erholungszwecken gewidmet sind, das Ruhen der Jagd durch die Behörden verfügt werden. Alle anderen Flächen stehen aber rein rechtlich gesehen für die Jagd­ausübung zur Verfügung.
 
Jagdrevier in der Großstadt
Auch für Städte gilt die Unterscheidung, dass Jagdgebiete entweder als Eigenjagd oder als Genossenschaftsjagd ausgestaltet sein können. Eine Eigenjagd verlangt eine zusammenhängende Grundfläche von mindestens 115 ha, welche eine für die zweckmäßige Ausübung der Jagd geeignete Gestaltung und insbesondere Breite besitzt (Eigenjagdgebiet). Alle nicht als Eigenjagd ausgestalteten Grundflächen sind wiederum Teil der Genossenschaftsjagd. 
In Ballungsräumen scheitert die Eigenjagd oftmals schon an der kleinräumigen Eigentümerstruktur. Stets müssen Flächen aber auch für die jagdliche Nutzung geeignet sein, um bejagt werden zu dürfen. Auch dies führt dazu, dass hier viele Flächen im städ­tischen Bereich von Vornherein ausscheiden ...

Artikel in der aktuellen Ausgabe auf Seite 40. 

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