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IM FOKUS

Im Fokus, Oktober 2019

Angebirscht

Für Jäger und Naturinteressierte bietet jeder Monat des Jahres seine Highlights. Während manche Naturschauspiele, wie Brunft oder Balz, meist recht spektakulär ablaufen, gibt es auch zahlreiche Details, die uns auf den ersten Blick verborgen ­bleiben. Zeit, diese vor den Vorhang zu holen. – 7. Teil: Sikawild.

Oliver Deck, MSc 

In der kühlen Morgenluft bricht sich die Herbstluft im erhitzten Atmen des brunftigen Sika­hirsches. In dieser Zeit ist er stets wachsam, immer darauf gefasst, Nebenbuhler zu vertreiben. Vehement verteidigt er dabei sein Kahl­wildrudel.

Nihonjika
Wer im Oktober in den Donauauen bei Tulln unterwegs ist, kann die schrill tönenden Brunftrufe des Sikahirsches hören. Diese Hirschart aus Fernost wurde bereits im 19. Jahrhundert in Gattern in England gehalten und erreichte durch Aussetzungen im Bezirk Melk 1907 schließlich auch Österreich. Landesweit wurden die letzten Jahre in freier Wildbahn jährlich zwischen 800 und 1.000 Stück Sikawild erlegt. Diese fast ausschließlich in Niederösterreich und dort wiederum überwiegend in den Bezirken Melk und Tulln.

Der Name Sika kommt von dem japanischen Wort „shika“ und bedeutet übersetzt „Hirsch“. Neben dem öst­lichen China, wo die Bestände aufgrund der Bejagung wegen des Bast­geweihs des Hirsches für die traditionelle chinesische Medizin bereits stark zurück­gegangen sind, hat das Sikawild einen weiteren ursprünglichen Verbreitungsschwerpunkt in Japan. Dort wird das Sikawild „Nihonjika“ genannt. 

Der bevorzugte Lebensraum des Sikas umfasst typischerweise wasserreiche Laubwälder, wo er Suhlen findet, jedoch ist diese Wildart sehr an­passungsfähig.

Kleiner Hirsch
Im Vergleich zum Rothirsch ist der Sika­hirsch deutlich kleiner und schmäch­tiger. Während die Geweihe des Rot­hirsches zahlreiche Enden aufweisen können – der Rekord liegt bei 37 Enden des Gatterhirsches „Burlei“, der vor einigen Jahren durch die Presse ging –, erreicht das Geweih des Sikahirsches selten mehr als acht Enden. Besonderes Kennzeichen ist dabei die quergestellte Geweihgabel. 

Auch im Wildbret steht der Sikahirsch mit bis zu 80 kg wortwörtlich im Schatten des bis zu 200 kg schweren Rothirsches. Dennoch ist eine Kreuzung dieser beiden Wildarten möglich. 

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Artikel in der aktuellen Ausgabe ab Seite 18. 

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