Previous Frame Next Frame

DIANA

Diana, Dezember 2019

Schmerzmittel des Altertums

Bibergeil ist ein Wirkstoff, der bereits seit der Antike als Heilmittel eingesetzt wird. Dabei ist die Herstellung einer Bibergeil-Tinktur alles andere als schwierig!
 

Barbara Hoflacher

Die hühnereigroßen, birnenförmigen Drüsensäcke der Biber beiderlei Geschlechts befinden sich in der Nähe der äußeren Geschlechtsorgane (Kloake). Sie enthalten das stark riechende, salbenartige, gelbe bis bräunliche, harzige Sekret, das den Bibern zur Reviermarkierung und zum Imprägnieren des Fells gegen Wasser dient. Von der Antike bis weit ins 19. Jahrhundert war diese Substanz für heilsame ­Zwecke hoch­begehrt. Bereits 500 v. Chr. wies Hippokrates auf die heilende Wirkung von Bibergeil bei Gebärmutter­erkrankungen hin.

Schmerzmittel des Altertums!
Im 1. Jahrhundert empfahl der griechische Arzt und Pharmakologe Pedanios Dioskurides das Sekret des ­Bibers zur Förderung der Menstruation und ­Austreibung der Nachgeburt. Auch bei Blähungen, Krämpfen, tödlichen Giften, Zittern, und bei jedem nervösen Zustand soll Bibergeil hilfreich sein. In der Volksmedizin war Bibergeil als probates Mittel bei ­Fieber, Schmerzen, Rheuma, Arthritis, Gicht, ­Menstruationsbeschwerden, Krämpfen, Zahn-, Ohren- und Herzschmerzen bekannt. Noch im 19. Jahrhundert wurde es als krampflösendes Mittel in Form von ­Pastillen oder Tinkturen verabreicht.

Ein begehrtes Aphrodisiakum
Neben der medizinischen Verwendung war und ist ­Bibergeil bis heute in der Parfümerie sehr begehrt. ­Castoreum – so der wissenschaftliche Name des ­Bibergeils – wird neben anderen tierischen Drogen, wie Ambra, Moschus und Zibet, als Fixiermittel für Düfte, Deos und Ähnliches eingesetzt. Aufgrund seiner Inhalts­stoffe wirkt es sehr anregend und ­aphrodisierend – auf beide Geschlechter!

Die Heilwirkung
Die Heilwirkung lässt sich aus heutiger Sicht einfach erklären. Da sich Biber zum größten Teil von Weidengewächsen ernähren, sammelt sich das in der Borke 
der Bäume enthaltene Salicin in den Drüsensäcken. Dabei handelt es sich um ein Glycosid. Salicin wird im Körper zu Salicylsäure umgewandelt. Als Acetylsalicylsäure ist dieser Wirkstoff unter dem Namen Aspirin geläufig. Er wirkt schmerzstillend, fiebersenkend und anti­rheumatisch. 

Das Hantieren mit Bibergeil sollte ­ausschließlich mit Einmalhandschuhen erfolgen. Der extrem starke Geruch lässt sich von der Haut nicht ­abwaschen und hält tagelang an.

Herstellung
Zur Herstellung einer Bibergeiltinktur sind folgende Zutaten nötig:

...

Artikel in der aktuellen Ausgabe ab Seite 68. 

Neugierig geworden? Hier das WEIDWERK-Schnupperabo bestellen!

Diese Website verwendet Cookies nhere Informationen dazu und zu Ihren Rechten als Benutzer finden Sie in unserer Datenschutzerklrung. Klicken Sie auf Ich stimme zu, um Cookies zu akzeptieren oder verwalten Sie Ihre Cookies selbst.