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DIANA

Diana, September 2018

Von Jungjägern und Lehrprinzen

Selbst wenn man heute ein erfahrener und erfolgreicher Jäger ist, hat man einst in jagdlichen Kinderschuhen gesteckt. Aber ohne einen geeigneten Lehrprinzen, einen jagdlichen Mentor, wäre man vermutlich nicht zu dem Jäger geworden, der man heute ist.

Univ.-Lektorin Mag. Dr. Eva Erlacher

Die Jagd – geprägt von Tradition und Brauchtum sowie geformt vom Lauf der Zeit – ist seit jeher Teil der Menschheit. Jede Generation hat ihre Lehrprinzen, jagdlichen Lehrer und Mentoren. Und vielleicht werden oder sind wir selbst schon zu einem geworden? Es handelt sich hierbei jedenfalls um eine Aufgabe, die von ungeahnter Wichtigkeit ist.

Jagdliche Kinderstube
Der Weg, auf dem jeder Einzelne zur Jagd findet oder kommt, kann sehr unterschiedlich sein. Während die einen mit der Thematik aufwachsen und quasi mit der Flinte geschultert zur Welt kommen, finden andere erst später – durch Zufall, Interesse oder Neugier – den Weg zur Jungjägerausbildung. Ähnlich vielfältig sind auch die Lehrprinzen, die uns auf unserem Werdegang begleiten und uns zur Seite stehen. Oft ist es der Großvater oder der Vater, der das weitergibt, was auch er von seinen Vorfahren gelernt hat. Vielleicht ist es aber auch der Freund oder Partner, der einen begleitet? Egal, wer diese Personen auch sein mögen; sie spielen eine wichtige und prägende Rolle auf dem Weg zur eigenen Jägeridentität. Sie beeinflussen unsere jagdliche Kinderstube maßgeblich und führen uns in eine Welt ein, die wir nachhaltig durch ihre Augen sehen werden.

Die Rolle der Jagdkurse
Doch ungeachtet des Hintergrundes, durch den man zur Jagd kommt, wird meist ein regulärer Jagdkurs der Landesjagdverbände besucht, um dort neue Eindrücke zu gewinnen sowie jagdliches Wissen zu erwerben. Selbst Personen, die bereits von Kindesbeinen an mit der Jagd verbunden sind, wählen nicht selten diese Heran­gehens­weise. Abgesehen von dem in einem Kurs erlernbaren Fach­wissen, ist der viel wichtigere Teil eines solchen meines Erachtens jedoch der, der sich in keinem Lehrbuch findet. Es bedarf einer realen Person, die einem die Ethik, die Passion, den Respekt und den inneren Zugang zum gesamten Thema Jagd aufzeigt. Jene Dinge also, die man eben in keinem Lehrbuch liest. Sollte ich nämlich einmal vergessen, wie eine Krick- oder Knäkente aussieht oder wie lange die Brutzeit des Auerwildes währt, kann ich dies im Jagdprüfungsbehelf nachschlagen. Was jedoch im Nachhinein viel schwieriger zu begreifen und schon gar nicht in Büchern zu finden ist, ist das, was einen Jäger im Herzen ausmacht. Und genau das muss man von jemandem mitgegeben bekommen, um es selbst fühlen zu können ... 

Artikel in der aktuellen Ausgabe auf Seite 52. 

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