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DIANA

Diana, August 2019

Auf englischen Pfaden

Bei Niederwild-Treibjagden ist Susi Holubek oft die einzige
Hundeführerin mit einem Apportierhund unter einer Schar von Vorstehhunden. Doch für die Niederösterreicherin ist eine andere Rasse als der Labrador Retriever schier undenkbar!
 

Michaela Reisel, MA

Jagen ohne Hund? Für Susanne Holubek unvorstellbar! Zu Hause im Marchfeld, Bezirk Gänserndorf, NÖ, ist die passionierte Jägerin bei Herbstjagden auf Nieder­wild meist die einzige Hundeführerin mit einem Apportierhund. Der Großteil der Jäger in diesen Breiten führt Vorstehhunde – Deutsch Kurz- bzw. Drahthaar, Großer und Kleiner Münsterländer, Magyar Vizsla. „Vorstehen werden sie nicht, aber ansonsten kannst du mit ihnen – vor und nach dem Schuss – alles machen“, ist Susi von ihren Apportierhunden überzeugt, noch genauso wie am ersten Tag. „Ivo“, einer ihrer beiden Vierbeiner, ist sogar – neben der Deutsch-Kurzhaar-­Hündin des Jagdleiters – ein eingetragener Revierhund. 2005 absolvierte Susi die Jagdkarte, seit 2011 ist sie eingetragene Hundeführerin. Was schätzt sie so an der Rasse? Was ist das Geheimnis einer erfolgreichen Zusammenarbeit zwischen Hundeführer und Jagdhund? Das WEIDWERK hat sie und ihre Schützlinge besucht. „In meiner Familie waren väterlicherseits viele Jäger: der Großvater, der Vater, einige Onkel. Das war ganz normal bei uns, dass man Jäger ist, das Wild erlegt und es dann auch kulinarisch verwertet“, erzählt Susi. Zu ihren Füßen liegen „Ivo“ und „Aston“, ihre beiden Labrador Retriever. Genauer, Kornay Hunting Ivo und Tildaross Aston, so der volle Name der beiden. Ivo ist seit 10 Jahren Teil der Familie, Aston seit 2014. „Davor hatte ich einen Mischlingshund, der optisch große Ähnlichkeit zum Labrador aufwies, darum war die ­Entscheidung zur Jagdhunderasse rasch gefällt.“
Beide Labrador Retriever der Jägerin sind jagdlich geführt und stehen als Zuchtrüden zur Verfügung. Die Voraussetzung dafür – sämtliche Untersuchungen, die die beiden jeweils im Alter ab einem Jahr absolvierten, darunter ein Gen-, Blut- und Augentest, Ellbogen- und Schulterröntgen, Wesenstest, Formwert usw. – meisterten beide mit Bravour. Beide Hunde sind schwarz mit ­glänzendem Fell, wenngleich sich bei Ivo mittlerweile das eine oder andere weiße Haar bemerkbar macht. Kornay Hunting Ivo und Tildaross Aston – so weit, so gleich, könnte man meinen. Doch weit gefehlt. Während Ivo als sensibler, weicher Hund immer alles richtig ­machen wolle, so Susi, würde Aston sich schon einmal querstellen. „Dann muss man ihn eben auf andere Weise überzeugen, das genauso zu machen, wie man es möchte“, schmunzelt sie. Als wäre das sein Stichwort, hebt Aston, erst dösend, nun aufmerksam den Kopf.

„Will to please“
Seit es den Labrador Retriever gibt, wird er für die Jagd gezüchtet. Aufgrund seines ausgeglichenen Wesens ­eignet er sich auch sehr gut als Familienhund, in erster Linie ist er aber zu 100 % Jagdhund. Bei Bewerben und bei der Jagd sei diese Hunderasse von einem ausgeprägten „will to please“ charakterisiert, weiß Susi. „Er will ,dir gefallen‘, wörtlich übersetzt.“ Den Hunden wohnt demnach das große Bedürfnis inne, mit dem Besitzer zu kooperieren. Das ist es auch, was Susi von einem Hund erwartet: „Dass er gerne mit mir zusammenarbeitet. Dass es ihm Spaß macht und er mit mir arbeiten will und nicht nur für sich selbst.“ Hierin liege, so die Hunde­führerin, die Herausforderung wie auch das Geheimnis des Erfolgs: „Der individuelle Charakter jedes Hundes. Du kannst wahrscheinlich jedem Hund sehr viel ­beibringen, aber du kannst nicht jeden Hund auf die gleiche Art und Weise ausbilden. Du kannst nicht stur deinen Weg gehen; du musst den Weg gemeinsam mit dem Hund gehen.“

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Artikel in der aktuellen Ausgabe ab Seite 44. 

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