Previous Frame Next Frame

DIANA

Diana, Juli 2018

Die Jagd – Nutzen & Leidenschaft

Die Jagd prägt uns Menschen seit jeher. Sie stand als wichtigste Nahrungsquelle im Fokus der Menschen, ohne Jagd hätte sich der Mensch nicht zu dem entwickeln können, was er heute ist. Bis ins 19. Jahrhundert prägte der Adel die Jagd, und mit der Unterdrückung des „Fußvolkes“ nahm auch die Wilderei zu. Das Museum der Burg Golling, Salzburg, entführt mit einer Sonder­ausstellung auf eine jagdliche Zeitreise. – Das WEIDWERK war vor Ort.

Dr. Hemma Ebner, Museumsleiterin

Die Kulturgeschichte der Jagd – von der Frühzeit bis heute – wird im Rahmen der Ausstellung „Die Jagd – Nutzen & Leidenschaft“ in der Burg Golling, Salzburg, ebenso thematisiert wie historische Waffen­systeme und Jagdwaffen, all das garniert mit exzellenten Aus­stellungsobjekten. Informationstexte regen zum Nachdenken über Themen, wie Jagd und Ethik, Spannungsfeld Jagd, Zurück zur Natur usw., an.

Wilderer und ihr Schicksal
Wilderei und Wildererstrafen wird ein breiter Raum gewidmet. Wilderei gibt es nur dort, wo Rechte oder Privilegien existieren, die andere von der Jagd ausschließen. Erst die Verletzung dieser Privilegien macht Wilderei zur Straftat. Im Mittelalter war die Hohe Jagd Vorrecht des Adels, Ausdruck höfischen Lebens, Zeitvertreib und sportliche Herausforderung. Um bei Hofjagden Beute im Überfluss zu bieten, gingen die Fürsten dazu über, in den Wäldern weit überhöhte Wildbestände zu hegen. Gleichzeitig untersagten sie der Landbevölkerung die wirksame Selbsthilfe gegen Wildschäden. Einerseits die Protesthaltung gegenüber dieser „allmächtigen“ Obrigkeit, andererseits die oft blanke Not, vor allem in Krisenzeiten Nahrung zu beschaffen, bewog die Leute zum Wildern. 
Die Wilderei war speziell in Golling und im nahen Grenzgebiet zu Bayern immer schon ein brisantes Thema. Zwischen 1750 und 1800 wurden 145 Fälle von Wilderei angezeigt und strafrechtlich verfolgt. Hinter jedem dieser Fälle steht ein Einzelschicksal. Die Burg Golling war Sitz des zuständigen Pfleggerichts, die Gerichts­akten aus dieser Zeit sind beinahe lückenlos erhalten. Die Wilderei hatte auch in Golling ihre sozialen Wurzeln im bäuerlichen Milieu. Mehr als ein Drittel der Wilderer waren unverheiratete Bauernsöhne und -knechte, meist in jüngerem Alter, zwischen 20 und 40 Jahren. Aber auch Tagelöhner, Handwerker und sogar Wirte zählten zu ihnen. In der Regel waren sie fest in ihrem sozialen Umfeld verankert. Der Großteil der etablierten ländlichen Bevölkerung tolerierte ihr Tun oder unterstützte sie sogar dabei. Der Obrigkeit gegenüber zeigte man eine „Mauer des Schweigens“. Die Strafen fielen ganz unterschiedlich aus und waren abhängig von der Schwere des Vergehens. Die Bandbreite reichte von Geldbußen bis zum An-den-Pranger-Stellen – manchmal mit aufgesetztem Hirschgeweih –, von der Festungshaft in Ketten bis zur Zwangsarbeit ... 

Artikel in der aktuellen Ausgabe auf Seite 44. 

Neugierig geworden? Hier das WEIDWERK-Schnupperabo bestellen!