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DIANA

Diana, August 2017

Voller Einsatz!

Das WEIDWERK unterhielt sich mit Univ.-Ass. Mag. Eva Erlacher über ihren Einsatz für die Jagd im Beruf und in der Freizeit. – Ein Interview.

Bernadette Vargas-Simon

WEIDWERK: Frau Erlacher, bitte erzählen Sie uns etwas über sich.
Univ.-Ass. Mag. Eva Erlacher: Ich bin 28 Jahre alt, komme ursprünglich aus Kärnten – worauf ich sehr stolz bin –, lebe aber mitt­lerweile in Wien. Ich bin wegen des Jus-Studiums her­gezogen und dann durch Arbeit und Freunde „picken“ geblieben. Derzeit arbeite ich an der Universität Wien als Universitätsassistentin. Zur Jagd kam ich durch Eigen­interesse und daraus resultierender Eigeninitiative. Wenn man in Kärnten aufwächst, ist die Jagd etwas Selbstverständliches. Meine Familie besitzt eine Almhütte auf der Saualm, wo wir in meiner Kindheit viel Zeit verbrachten, und daher bin ich in einer Welt aufgewachsen, wo Bäumchensetzen und Ausmähen, Kühemelken, Sensenmähen und die Jagd einfach dazugehörten. Nach meinem Studium wollte ich mehr über das heimische Wild am Berg wissen und habe mich in eine Prüfungssituation „gezwungen“, da das Lesen von Fachbüchern für mich nicht ausreicht. Da kam die Jagdprüfung gerade recht. Während des Kurses wuchs mein Interesse stetig, und auch das Wurfscheibenschießen hat mir viel Spaß bereitet. Als die Jungs des Jagdver­eins auf „unserer“ Alm dann erfuhren, dass ich die Jagd­karte habe, war es um mich geschehen: Sie waren begeistert, mich nun auf die Jagd mitnehmen zu können. Ihnen verdanke ich meine ersten jagdlichen Schritte, sie haben mich unter ihre Fittiche genommen, mir die Jagd gezeigt und mich mit dem Jagdfieber infiziert. 

WEIDWERK: Wie wird die Jagd bzw. wie werden Jäger­innen und Jäger in der Stadt wahrgenommen?
Erlacher: Der große Unterschied meiner Meinung nach liegt einfach darin, wie man aufwächst und was man als „normal“ und „alltäglich“ wahrnimmt. Ich komme aus keiner typischen Jägerfamilie, aber in Kärnten war die Jagd durchaus präsent und daher für mich als Kind nichts Fremdes. Ich wusste, woher das Fleisch kommt. Das ist in Wien anders, wie ich bemerkt habe. Viele Volksschüler kennen nur das Stadtleben, waren in ihrem Leben noch nie in einem Kuh­stall oder im Wald. Da ist dann natürlich auch das Ver­ständnis ein anderes, weil ihnen der Bezug zu dem, was natürlich ist, fehlt. Ich bin damit aufgewachsen, dass wir im Herbst die jungen Bäume vor Wildverbiss schützen müssen, aber woher soll das ein Kind, das in der Stadt groß wird, wissen? Es hat in seinem Leben noch nichts von Wildverbiss gehört, teils auch noch niemals Wild gesehen! Ich finde es unerlässlich, dass diesbezüglich mehr für die Bildung getan wird. Es muss sehr viel Aufklärungs­arbeit betrieben werden, damit die Bevölkerung – vor allem die junge – ein Verständnis für die Jagd ent­wickeln kann. Persönlich habe ich die Erfahrung gemacht, dass es in jedem Gespräch wichtig ist, sachlich und vernünf­tig zu bleiben. Meine Intention in Gesprächen mit Nichtjägern ist nie, sie von der Jagd zu überzeugen. Ich versuche nur, Aufklärungsarbeit zu leisten, damit das Verständnis und vielleicht auch das Interesse an diesem Thema geweckt werden. Und wann immer ich die Jagd mit Leidenschaft, einem freundlichen Lächeln und sachlich erkläre, habe ich nie Probleme. Es ist einfach wichtig, dass wir als Jäger ein sympathisches Auftreten haben, denn so haben wir schon viel gewonnen ...

Artikel in der aktuellen Ausgabe auf Seite 42. 

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