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THEMATISIERT

Thematisiert, Dezember 2017

Landesjagdverbände rücken näher zusammen

Mit „Jagd Österreich“ versuchen die österreichischen Landes­jagdverbände, eine verstärkte Zusammenarbeit zu erreichen und in wichtigen Sachthemen mit einer Stimme zu sprechen. – Das WEIDWERK war dabei, als der „Startschuss für eine neue jagdliche Zukunft“ gegeben wurde . . .

Ing. Martin Grasberger

Am 9. November 2017 wurde die neue Dachmarke „Jagd Österreich“ der Öffentlichkeit im Rahmen einer glanzvollen Feierstunde präsentiert. Bei der vorgelagerten Pressekonferenz freute sich der derzeit geschäftsführende Landes­jägermeister, DI (FH) Anton Larcher (Tirol), über die neue Dachmarke bzw. den derzeit entstehenden Dachverband „Jagd Österreich“, der sich den neuen Herausforderungen, welche sich sowohl auf nationalem wie auch auf internationalem Parkett für die Jagd ergeben, stellt und die Möglich­keit für die einzelnen Landesjagd­verbände bietet, gemeinsam Flagge zu zeigen und „nach außen“ offensiver zu kommunizieren. LJM DI (FH) Larcher bedankte sich bei allen Mit­wirkenden, allen voran bei Geschäftsführer Dr. Peter Lebersorger (Zentralstelle Österr. Landesjagdverbände), der diesen eineinhalb Jahre andauernden Prozess erst möglich gemacht hat. 
LJM DI Dr. Ferdinand Gorton, der die „Jagd Österreich“ als geschäftsführender Landesjägermeister von Kärnten im nächsten Jahr mit Leben erfüllen wird, betonte anschließend, dass es trotz des bestehen bleibenden Föderalismus in der Jagd auch auf Bundes­ebene Dinge zu besprechen gebe, die der Öffentlichkeit „mit einem Mund“ präsentiert werden müssten. Er stellte auch die gemeinsam formulierte Charta „Jagd Österreich“ vor, die sich im Wesent­lichen aus vier Säulen zusammensetzt und die Ziele für die nächsten Jahre formuliert:

  • Die Jagd wird mit voller Verant­wortung der Jäger durchgeführt. Die Jäger werden schon in ihrer Ausbildung auf diese verantwortungsvolle Tätigkeit vorbereitet. Sie müssen zudem lernen, mit anderen Naturnutzern umzugehen, vor allem, wenn man bedenkt, dass es momentan etwa 60 Freizeitsportarten gibt, die zum Teil auch im Lebensraum des Wildes stattfinden.
  • Das Wildbret als Erzeugnis der jagdlichen Tätigkeit genießt hohes Ansehen in der Bevölkerung. Daher ist es bei seiner „Erzeugung“ mit größter Sorgfalt zu behandeln; Wildbret ist das gesündeste aller Fleischsorten!
  • Das Wissen über die Zusammenhänge in der Natur zeichnet die Jäger aus – heute sind es etwa 123.400 Weidmänner in Österreich, Tendenz steigend. Dieses Wissen wollen die Jäger gerne weitergeben!
  • Die Jagd ist Teil des Naturschutzes! Der nunmehrige Ehrenpräsident des Österreichischen Naturschutzbundes, Prof. Dr. Dr. h.c. Eberhard Stüber, prägte vor einigen Jahren folgenden Satz: „Der praktische Naturschutz wäre ohne die Jäger überhaupt nicht möglich!“

Die Charta stelle also einen Werte­katalog für die Jäger dar, so LJM DI Dr. Gorton abschließend.
MMag. Dr. Peter Vogler, Markenberater und als externer Projektleiter mit dem Entwicklungsprozess von Beginn an betraut, skizzierte kurz die Entstehung der Dachmarke „Jagd Österreich“: Es seien etwa 200 Funk­tionäre in ganz Österreich befragt und Fokusgruppen sowie Einzelgespräche in allen Bundesländern durchgeführt worden. Es sei zunächst darum gegangen, die Identität der Jagd in Österreich zu ergründen. Es sei unter Mitwirkung aller beteiligten Personen – auch nicht jagender – gelungen, ein Zukunftsbild zu entwickeln, das auch kommuni­zierbar ist, erklärte Vogler. Es wurde ein Logo entwickelt, das die vier Kernbereiche der Jagd visualisieren soll:

  • Wild & Lebensräume
  • Wildbret
  • Tradition & Brauchtum
  • Handwerk

Detail am Rande: Die Informationsplattform jagdfakten.at wird vom Dachverband „Jagd Österreich“ übernommen, der demnächst aus der be­stehenden Zentralstelle hervorgehen wird. Daraus soll künftig das Portal „Jagd Österreich“ entstehen ...

Artikel in der aktuellen Ausgabe auf Seite 18. 

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