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THEMATISIERT

Thematisiert, Oktober 2019

Überleben - Teil 9

Wie sparen Wildtiere Energie? Wie regeln sie ihre Körper­temperatur? Was können sie Krankheiten und Parasiten entgegensetzen? Nach der Serie „Wild unter der Lupe“ 
nun weitere interessante Einblicke ins Reich der Natur. 
– 9. Teil: „Beute“ – wachen, tarnen, abwehren.

Dr. Beatrix Neumayer 

Wollte Ihnen schon einmal jemand ans Leben? Mensch oder Tier? Ich kenne dieses Gefühl Gott sei Dank nicht. Glücklich in die Nachkriegsgeneration hineingeboren und nie mit Verbrechen oder bedrohlicher Aggression konfrontiert. Umso schwieriger kann ich mir vorstellen, jeden Augenblick meines Lebens auf der Hut sein zu müssen, im ständigen Bewusstsein, dass ich in der nächsten Sekunde zum Opfer, zur Beute werden könnte. 

Natur funktioniert!
Tiere leben so, zumindest fast alle. Denn fast alle passen in irgendjemandes Beuteschema; je weiter unten in der Nahrungskette, desto eher werden sie zur Beute. Und trotzdem geht sich das aus, wie mein Gefährte es zu nennen pflegt. Das bedeutet, es funktioniert, und zwar für Räuber und Beute. Zumindest langfristig; und umso besser, je weiter entfernt der Mensch ist. Nur, wo ist er noch weit genug entfernt, dass es funktionieren kann?

Approximation
Aber kehren wir zurück zu den potenziellen Beutetieren. Was ist ihre große Herausforderung? Je schwerer sie es ihren möglichen Jägern machen, aufgespürt, festgemacht und getötet zu werden, desto höher sind nicht nur ihre individuellen Chancen, sondern auch die ihrer Art. Wir haben es hier mit einem klassischen Instrument der ­Evolution zu tun. Wer als Individuum überlebt, überlebt auch als Art, und gibt die Strategien, die dies möglich gemacht haben, an seine Nachkommen weiter. Als Tradition ebenso wie als Erb­material. In diesem Fall ist das Wort Anpassung, das in der Entwicklungsgeschichte oft verwendet wird, be­sonders stimmig und einfach nach­zuvollziehen: Beutetiere müssen sich in ihren Überlebensstrategien an ihre Feinde anpassen. An deren Reviere, tages- und jahreszeitliche Aktivitäten sowie die Art, sich zu bewegen, zu jagen und zu töten. Parallel dazu haben sie natürlich die selten einfache Aufgabe, sich selbst und ihren Nachwuchs zu ­ernähren, bisweilen wird dann die Beute zum Räuber. Strategien, die als Räuber ideale Voraussetzungen schaffen, können für die Rolle als Beute­tier ziemlich daneben sein, und umgekehrt. Das Überleben ist schon schwierig!

Flucht oder Kampf?
So, dann denken wir einmal nach: Was würden Sie als Erstes tun, wenn Sie Angst hätten? Da ich kein großer Held bin, würde ich versuchen, mich zu verstecken, quasi unsichtbar zu machen. Beispiele aus der Tierwelt gibt es ­unzählige! Kaninchen und Murmeltiere legen nicht nur Wohnbaue, sondern Fluchtröhren an, wie wir wissen, und bewegen sich, wenn sie ein bisschen Köpfchen haben, nicht allzu weit davon weg. Von Mäusen brauchen wir ja gar nicht zu reden. Bei ihrer ausge­klügelten, hauptsächlich unterirdischen ­Lebensweise versteht man kaum, wie überhaupt derartig viele Beutegreifer von diesen possierlichen Tieren leben können. Die langsameren Wühlmausarten haben hier gegenüber den wuseligen echten Mäusen die A . . . karte. 

Es braucht ja aber nicht einmal ­wirklich einen Bau oder einen „Keller“. Ich habe kürzlich in einem kleinen Wäldchen einen Feldhasen aus der Sasse ­getreten. Er war keine zwei Meter vor mir direkt in meinem Weg gelegen, ohne dass ich ihn wahrgenommen hatte. Wer bei diesem Manöver mehr erschrocken ist, brauche ich nicht zu sagen . . .

...

Den Artikel lesen Sie in der aktuellen Ausgabe ab Seite 10. 

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