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THEMATISIERT

Thematisiert, Juni 2017

Wie weiblich ist die Jagd?

Ob Artemis oder Diana, die Jagdgottheiten in der griechischen wie auch in der römischen Antike waren weiblich. Auch heute ist die Jagd keineswegs reine „Männersache“, immer mehr Frauen begeistern sich für das Weidwerk. – Aktuelle Zahlen und Statements.

Melanie Labner, BSc, MA

Die Rolle der Frau in der Gesellschaft hat sich in den letzten Jahren stark ver­ändert. Viele Frauen üben heute vormals „männliche“ Berufe, wie Mechaniker oder Techniker, aus, und auch die Rolle als Mutter und Hausfrau durchlief einen Wandel. Mit der Väterkarenz gibt es die Möglichkeit, sich die Karenzzeit mit dem Partner zu teilen. Aber nicht nur in beruflichen und sozialen Strukturen gab es große Veränderungen, sondern ebenso bei Freizeitaktivitäten und Hobbys. Immer mehr Frauen entscheiden sich dafür, die Jagdprüfung abzulegen, und sehen im Weidwerk eine verantwortungsvolle, naturnahe Passion, die für Boden­ständigkeit und Tradition einsteht. 
Das Aufrechterhalten der natürlichen Balance von Wild und Wald sowie die Hege haben für die meisten Jägerinnen höhere Priorität als zum Beispiel Waffen oder Jagdtrophäen, die wiederum für viele männliche Kollegen eher von Wichtigkeit sind. Überaus bedeutungsvoll für viele Jägerinnen ist die Öffentlichkeitsarbeit, um der nicht jagenden Bevölkerung sowie den Kindern die Jagd und ihre essenziellen Aufgaben näherzubringen. „Wir Jäger haben somit nicht nur ein Privileg, sondern wir sind auch Vermittler und leisten einen wichtigen Beitrag für das Echte, Bodenständige und Ehrliche, das heutzutage viele suchen. [. . .] Unser Umfeld können und sollen wir aktiv informieren, denn die Nachfrage ist groß und die Zustimmung da“, meint etwa Doris Moser, Jägerin des Jahres 2016. Für Sabine Gwirl, vereidigte Jagdaufseherin und Falknerin aus dem Bezirk Kitz­bühel, Tirol, sowie Mitglied der Arbeitsgruppe zur Gründung der Dachmarke „Jagd Österreich“, ist ein wichtiger Teil ihres Tätigkeitsbereiches als Jägerin die Öffentlichkeitsarbeit an den Grundschulen. „Ziel ist es, die Schüler und Schülerinnen aktiv anzusprechen und ihr Wissen um die Biologie der heimischen Wildtiere und deren Lebens­räume zu vertiefen“, so Gwirl über ihre Aufgabe als Öffentlichkeits­arbeits-Beauftragte des Tiroler Jägerverbandes. Generell scheinen bei Jägerinnen vor allem die Naturverbundenheit und das Weiterführen traditioneller Kultur­elemente im Vordergrund zu stehen ...

Artikel in der aktuellen Ausgabe auf Seite 18. 

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