Previous Frame Next Frame

THEMATISIERT

Thematisiert, Jnner 2019

GenussRegionen: Bedeutung & Potenzial

„Genussregionen“ ermöglichen die Vermarktung traditioneller und regionaler Lebensmittel von 
hoher Qualität. Welches Potenzial gibt es hier 
für die Wildbretvermarktung? Wir holen einige 
dieser GenussRegionen vor den Vorhang. – 
4. Teil: GenussRegion Weinviertler Wild.

Mag. Susanne Reder, MA Gastrosophie,
Ass.-Prof. Dr. Peter Paulsen, Institut für Fleischhygiene der Vet.-Med. Universität Wien
 

Die GenussRegion Weinviertler Wild liegt im nordöstlichen Niederösterreich und zeichnet sich durch die Vielfalt an Wildarten aus, deren jagdliche Nutzung eine mehr als 500-jährige Tradition hat. ­Anders als früher, ist Wildbret aber nicht auf herrschaft­lichen Tafeln zu finden, sondern kann den Speisezettel eines jeden Haushaltes bereichern.

Die Strecke der Bezirke Gänserndorf, Mistelbach, Hollabrunn, Korneuburg und Teilen von Tulln beträgt ­ungefähr 15.000 Stück Reh-, 950 Stück Rot- und 9.800 Stück Schwarzwild sowie 7.900 Fasane, 2.000 Wildenten und 12.100 Hasen – was das Potenzial dieser Region als Lieferant von Marken­wildbret eindrucksvoll zeigt. Die Genuss­Region wurde 2013 gegründet; Weinviertler Wild wird in 15 Gastronomiebetrieben der Region verarbeitet. Für Verdienste um den Aufbau dieser GenussRegion erhielt DI J. Wolf die ­Ehrung „GenussPionier“, die seit 2013 erst siebzehnmal vergeben wurde.

Im Interview

Was sind nun die Besonderheiten ­dieser GenussRegion? Der Obmann, LAbg. Ing. Manfred Schulz, und sein Stellvertreter, BJM Ing. Gottfried Kling­hofer, geben im WEIDWERK-Interview Auskunft darüber.

WEIDWERK: Wie viele Mitglieder hat die GenussRegion Weinviertler Wild, und in welche Richtung geht die Tendenz?
Manfred Schulz & Gottfried Klinghofer: Die GenussRegion verfügt derzeit über elf Mitglieder, davon bieten sieben ­frisches Fleisch an und drei auch ­veredelte Produkte. Es handelt sich großteils um direktvermarktende Jäger, unter den Mitgliedern sind aber auch sieben gewerbliche Fleischhauer und Gastwirte vertreten.

WEIDWERK: Ist das Wildbret in der Region ganzjährig verfügbar oder eher saisonal?
Schulz & Klinghofer: Die Vielfalt der Wildarten in der Region stellt sicher, dass immer frisches Wildbret zur ­Verfügung steht – natürlich gibt es ­saisonale Schwankungen, die durch Schonzeiten der Wildarten bedingt sind.

WEIDWERK: Worauf wird in Ihrer ­GenussRegion besonderer Wert gelegt?
Schulz & Klinghofer: Die teilnehmenden Reviere und Betriebe unterliegen einem Kontrollprogramm, damit die regionale Herkunft und die Wildbretqualität auch von einer unabhängigen Stelle sichergestellt werden können. Bei Kleinwild sind Maximalschrot­größen und Höchstentfernungen vor­ge­geben, um zu gewährleisten, dass das Wild nicht nur sachgerecht erlegt wird, sondern auch, dass es zu keiner Entwertung des Wildbrets durch die Schuss­wunden kommt – so wird zum Beispiel für Fasan- und Entenbrust ­maximal ein Schusskanal je Brusthälfte für Premiumware toleriert. Das Ausweiden des Kleinwildes hat noch am Jagdtag zu erfolgen. Mit diesen über die gesetzlichen Vorgaben hinaus­gehenden Anforderungen wird ein besonderes Qualitätsniveau erreicht. Beim Schalenwild bestehen die besonderen Vorgaben in erster Linie darin, ...

 

Artikel und GenussRezept Ragout vom Weinviertler Wild in der aktuellen Ausgabe auf Seite 10. 

Neugierig geworden? Hier das WEIDWERK-Schnupperabo bestellen!

Diese Website verwendet Cookies nhere Informationen dazu und zu Ihren Rechten als Benutzer finden Sie in unserer Datenschutzerklrung. Klicken Sie auf Ich stimme zu, um Cookies zu akzeptieren oder verwalten Sie Ihre Cookies selbst.