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JAGDRECHT

Jagdrecht, Mai 2017

Fremde Hunde im Revier

Immer wieder kommt es im Jagdbetrieb zu Situationen, in denen das (jagd-)rechtliche Wissen auf dem Prüfstand steht. An dieser Stelle werden in loser Folge jagdrechtliche Fragen beantwortet. – Teil 7: Über die Leinenpflicht und den Abschuss von fremden Hunden im Revier.

Mag. Wolfgang A. Orsini und Rosenberg, Rechtsanwalt

Konflikte zwischen Jägern und Hundehaltern außerhalb des verbauten Gebietes gehören (leider) zur Tagesordnung. Besonders problematisch ist es, wenn Hundehalter dabei ihre Hunde frei laufen lassen. Unabhängig davon, ob sich der Hund noch in Rufweite des Hundehalters befindet oder nicht, sind solche Eingriffe jedenfalls massive Jagdstörungen. Die Hundehalter wiederum fühlen sich in ihrer „Freiheit“ eingeschränkt und beharren sehr häufig auf ein vermeintliches „Be­tretungsrecht“. Wie hat nun der Gesetz­geber diesen Interessenkonflikt ge­regelt? 

Jagdgesetz 
Am Beispiel des Landes Nieder­österreich sollen die „hundespezifischen“ Bestimmungen veranschaulicht werden. Ähnliche Regelungen wie in Niederösterreich finden sich aber auch in den anderen Landesjagdgesetzen. 
Gemäß § 64 Abs. 2 Z 2 des NÖ Jagdgesetzes sind die zur Ausübung des Jagd­schutzes berufenen Organe (Jagdauf­seher) berechtigt und auch verpflichtet, wildernde Hunde zu töten und darüber hinaus berechtigt, Hunde, die sich erkennbar der Einwirkung ihres Halters entzogen haben und außerhalb ihrer Rufweite im Jagdgebiet, abseits öffentlicher Anlagen, umherstreunen, sowie Katzen, welche in einer Entfernung von mehr als 300 m von Wohn- und Wirtschaftsgebäuden umher­streifen, zu töten. 
Zusammengefasst besteht daher für den Jagdaufseher sogar eine gesetz­liche Pflicht zur Tötung von wildernden Hunden.
Der Jagdausübungsberechtigte (Eigenjagdbesitzer, Jagdpächter und Jagdverwalter) ist gemäß § 64 Abs. 2 Z 2 NÖ Jagdgesetz bloß berechtigt (nicht aber verpflichtet), revierende oder wildernde Hunde sowie umherstreifende Katzen in gleicher Weise zu töten. Diese Berechtigung kann er an ortskundige im Jagdgebiet ständig zur Jagd berechtigte Personen übertragen.

Definition: wildernder Hund
Ein wildernder Hund ist ein Hund, der auf der warmen Fährte arbeitet. Das bedeutet, dass er Wild nachhetzt und/oder ein von ihm gehetztes Wild reißt. Unter dem Begriff des „Umher­streunens“ beziehungsweise auch des „Umher­streifens“ versteht man wiederum das nicht zielgerichtete Gehen, Laufen, Wandern usw. im Jagdgebiet. Diese Begriffe sind als Synonym zu verstehen. 

Artikel in der aktuellen Ausgabe auf Seite 56. 

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