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JAGDRECHT

Jagdrecht, Juli 2018

Der Hund im Kfz: Transport & Verwahrung

Immer wieder kommt es im Jagdbetrieb zu Situationen, in denen das (jagd-)rechtliche Wissen auf dem Prüf­stand steht. An dieser Stelle werden in loser Folge jagdrechtliche Fragen beantwortet. Diesmal: Jagdhunde im Kraftfahrzeug.

Mag. Wolfgang A. Orsini und Rosenberg, Rechtsanwalt

Aus einer aktuellen Umfrage eines österreichischen Automobilklubs geht hervor, dass etwa 21 % aller Autofahrer ihren Hund nicht oder nicht aus­reichend im Auto sichern. Dies ist inakzeptabel, da auch der „beste Freund des Menschen“ Anspruch auf einen „sicheren“ Transport hat. Bei Verstößen sind zudem Verwaltungsstrafen vor­gesehen. Überhaupt sollten wir Jäger hier mit gutem Beispiel vorangehen und unsere Jagdhunde entsprechend sicher befördern.

Rechtliches
Sämtliche Tiere fallen unter die Ladungssicherungsvorschriften des Kraft­fahrgesetzes. Ladungen – dazu zählen auch Tiere – sind demnach so zu verwahren und durch geeignete Mittel zu sichern, dass eine sichere Fahrt nicht be­einträchtigt und niemand gefährdet wird. Dies bedeutet, dass unter anderem Hunde im Auto so unter­zubringen sind, dass nach mensch­lichem Ermessen auch im Fall einer Vollbremsung oder gar eines Unfalls möglichst wenig passieren kann. Nicht zwingend erforderlich ist, dass ein Hund in einem entsprechenden Be­hältnis im Kraftfahrzeug transportiert werden muss, sondern für einen sicheren und straffreien Transport auch eine Hundebox, ein Hundegitter oder auch ein Sicherheitsgurt geeignet ist – bzw. ausreichend sein kann.
Im Allgemeinen handelt es sich – wie bei Rechtsthemen leider häufig – auch um eine Frage der Einzelfall­beurteilung. Beispielsweise hatte ein unabhängiger Verwaltungssenat eines Bundeslandes einmal die Frage zu beurteilen, ob ein (sehr kleiner) Hund der Rasse Malteser mit einem Anschnallgurt am Beifahrersitz ausreichend gesichert war. In concreto wurde die von der ersten Instanz verhängte Strafe aufgehoben und angegeben, dass bei einem sehr kleinen Hund die An­bringung eines Anschnallgurts am Beifahrersitz ausreichend sei.
Festzuhalten ist daher, dass das Gesetz nicht vorgibt, wann genau eine Hundebox, ein Hundegitter oder eine Anschnallvorrichtung notwendig ist bzw. eingesetzt werden muss, sondern dass Hunde ganz allgemein ordnungsgemäß gesichert sein müssen und es dem Hundehalter/Kfz-Lenker obliegt, die entsprechend richtige Transport- und Verwahrungsmöglichkeit zu wählen. Allein aufgrund des Kraftfahr­gesetzes drohen hier Strafen in Höhe von bis zu € 5.000,–.
Auch aus zivilrechtlicher Sicht ist zu bedenken, dass im Fall eines Unfalls Tierhalterhaftungsbestimmungen auch zivilrechtliche Haftungs­folgen auslösen können ...

Artikel in der aktuellen Ausgabe auf Seite 40. 

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