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IM JAGDREVIER

Reportage, Mai 2018

Schalldämpfer: Was bringt er?

Mitte April wurde im Berner Oberland, Schweiz, ein aufsehenerregender Schalldämpfertest durchgeführt. Ziel war es zu eruieren, ob der Jäger beim Büchsenschuss mit Schalldämpfer auf einen Gehörschutz verzichten kann – oder eben nicht. Begleitet wurde der Test von der „Suva“. – Das WEIDWERK war ebenfalls mit dabei.

Ing. Martin Grasberger

Der Schuss mit einer Jagdbüchse – aber auch mit einer Flinte – erzeugt Schallpegel weit über den geltenden Ar­beits­platz-Grenz­werten. Wer sich solchen Knallen ungeschützt aussetzt, muss bereits nach einem ein­zigen Schuss mit einem bleibenden Hörschaden rechnen. Moderne, elek­tronische Gehörschützer bieten zwar den nötigen Schutz, haben aber den Nachteil, dass damit keine genaue Ortung von Geräuschen, etwa das Heranwechseln von Wild, möglich ist. Zudem ist man bei überraschenden Jagdsituationen oft nicht gerüstet, sodass der Schuss erst recht ohne Gehörschutz bricht, weil man keine Zeit mehr hat, diesen auf­zusetzen. Vielfach wird von den Jägern die Schädlichkeit des Schusslärms unterschätzt, doch schon eine .222er-Remington kann ohne Gehörschutz zu irreversiblen Schäden im Innenohr führen!
Wie ist das bei einem Schall­dämpfer? – Diese auf der Lauf­mündung sitzende Einrichtung reduziert die Schallbelastung durch den Mündungsknall an der Quelle (der Überschallknall des Geschosses kann damit nicht gedämpft werden) und damit auch das Risiko eines Hör­verlusts deutlich. 
Um die Sinnhaftigkeit von Schalldämpfern unter Beweis zu stellen, initiierte HNO-Arzt und WEIDWERK-Fachautor Dr. Ste­phan Schnei­der Mitte April 2018 einen Schalldämp­fertest im Berner Oberland, Schweiz, bei dem die Dämm­leistung mehrerer Schalldämpfer gemessen werden sollte. Im Grunde ging es aber vor allem darum, fest­zustellen, ob bei Verwendung eines Schalldämpfers zusätzlich noch ein Gehörschutz notwendig ist, um Gehör­schäden vorzubeugen.

Testgewehr
Zur Verfügung stand der erst vor Kurzem präsentierte, nagelneue Repetierer Steyr Mannlicher Carbon SM 12 Light im Kaliber .308 Win. (Lauflänge 508 mm). Darauf montiert war ein Swarovski Z8i 1,7–13,3×42 P, geschossen wurde mit der bleifreien RWS HIT mit einem Geschossgewicht von 10,7 g. 
Bei den zu testenden Schall­dämpfern wurde seitens des Initiators darauf Wert gelegt, dass diese jagdlich möglichst brauchbar sind, das heißt, einen Durchmesser von weniger als 50 mm, ein Gewicht von weniger als 400 g, eine Dämpfung von mehr als 20 dB(C) und einen Erstschussknall-Verlust von weniger als 1 dB(C) auf­weisen. Folgende fünf Schalldämpfer wurden getestet ...

Artikel in der aktuellen Ausgabe auf Seite 34. 

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