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IM JAGDREVIER

Im Jagdrevier, Oktober 2017

Mobile Aufbrechhilfe: 
Anleitung zum Selberbauen

Das professionelle Aufbrechen von Wild ist ein wichtiger Teil der Wildbret­hygiene und -vermarktung. Das WEIDWERK hat eine kompakte, mobile Aufbrechhilfe in der Praxis getestet, welche ein rasches und sauberes Aufbrechen auch größerer Stücke mühelos und ohne zusätzliche Hilfe ermöglicht.

DI Dominik Steinhauser

Das Aufbrechen von Wild an einer Hängevorrichtung ist hygienisch und einfach, jedenfalls die bessere Alternative zur Bewerkstelligung dieser Arbeit auf dem Boden. Besonders nach dem Erlegen großer Wildstücke bringt das Aufbrechen manchmal Schwierigkeiten mit sich, insbesondere dann, wenn man alleine ist. 

Konstruktion
Die Grundlage für die Aufbrechhilfe bildet ein Baugerüstbock. Der ausziehbare (obere) Teil wird im ausgefahrenen Zustand mit dem Bock verschweißt. Damit entsteht ein starrer, 1,7 m hoher Gerüstbock mit einer Grundfläche von 1.300 × 670 mm. In einem weiteren Schritt werden zwei Formrohrteile in einer Dimension von 50 × 50 × 4 mm (L × B × H) in den Längen von 10 und 6 cm an die Rückseite des Gerüstbocks festgeschweißt. Diese beiden Führungselemente sind für die vertikale Verstellung des Hauptmasts verantwortlich, womit die Montagehöhe der Hubstange je nach Größe des aufzubrechenden Wildstücks justiert werden kann.

Hauptmast
Den zweiten Bestandteil der Aufbrechhilfe bildet der Hauptmast, welcher aus den Bestandteilen Mast, Ausleger und Umlenkrolle mit Rollenkasten besteht. Ein Stahlformrohr in der ­Dimension 1.800 × 40 × 40 mm stellt den Mast dar und verfügt über eine Wandstärke von 3 mm. Am unteren Ende werden vier Löcher (Ø 8,5 mm) gebohrt, wobei drei Löcher – beginnend am unteren Ende – in einem 10 cm-Abstand und ein Loch nach 78 cm gebohrt werden. Die unteren drei Löcher dienen der höhenmäßigen Verstellung der Konstruktion je nach Größe des Wildkörpers. In das vierte (oberste) Loch wird die Sechskantschaftschraube gesteckt, wenn die Aufbrechhilfe im eingefahrenen (platzsparenden) Zustand fixiert und abgestellt werden soll.
Am oberen Ende des Masts wird vorn ein horizontaler Ausleger fest­geschweißt, der aus einem Formrohr in der Dimension 150 × 50 × 50 mm besteht und 3 mm stark ist. Dieser Ausleger hält einen Rollenkasten samt Umlenk­rolle im Durchmesser von 8 cm. Über diese Umlenkrolle wird das Draht­seil geführt, mit dem die Hub­stange höhen­mäßig verstellt und somit der Wild­körper mühelos per Hand­kurbel aufgezogen werden kann.

Handwinde und Hubstange
In Abhängigkeit der Größe der Handwinde wird die dazu passende Grundplatte aus Stahl angefertigt und mit dem Gerüstbock knapp oberhalb der Fußgabel verschweißt. Bei der vor­liegenden mobilen Aufbrechhilfe be­tragen die Abmessungen der Hand­windengrundplatte 200 × 170 × 4 mm. Die Handwinde wird beim vorliegenden Typ mit drei Stück Sechskantschrauben samt Muttern in der Dimension M5 × 25 mm mit der Grundplatte verbunden. Ausgehend von der Handwinde wird das Drahtseil über die Umlenk­rolle zur Hubstange geführt, um mit dieser den aufzubrechenden Wildkörper in der Höhe zu verstellen.
Ein Stahlrohr im Durchmesser von 32 mm, einer Materialstärke von 3 mm und einer Länge von 130 cm stellt die Hubstange dar, auf der das Wild aufgehängt wird. Jeweils auf deren linker und rechter Unterseite werden drei halbe Glieder einer Eisenkette festgeschweißt. Weiters wird mittig, sowohl oben als auch unten, jeweils ein halbes Kettenglied angebracht. In der oberen Öse wird der Haken des Drahtseils eingehängt. In den halben unteren Kettengliedern (Ösen) werden je nach Wildgröße (Breite) die Fleischerhaken (S-Haken, Größe 15 cm) eingehängt, welche in die Hinterläufe (Sprung­gelenke) eingehakt werden und somit das Wildstück lagetechnisch fixieren. Mit zwei weiteren Haken (jeweils einer links und einer rechts) wird die Hub­stange mit dem Gerüstbock fixiert, indem mit der Handwinde das Drahtseil gespannt wird. Damit ist die Konstruktion auch gegen eine seitliche Belastung gut stabilisiert, und einem sauberen Aufbrechen steht nichts mehr im Weg.
Die Konstruktion wird im letzten Herstellungsschritt mit einer Rostschutzfarbe, in diesem Fall grün, gestrichen, um den Witterungseinflüssen standhalten zu können. Das Feuer­verzinken oder die Herstellung aller Materialien aus rostfreiem Metall wäre eine weitere Möglichkeit zum Schutz vor Rost, der natürlich eine wichtige Forderung in Sachen Wildbrethygiene darstellt ...

Artikel in der aktuellen Ausgabe auf Seite 46. 

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