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IM JAGDREVIER

Praxis, Mai 2017

Auf Große Hahnen in Tirol

In ungeraden Jahren ist es in Tirol möglich, auf den Auerhahn – den Großen Hahn – zu jagen. Die Jagd auf den balzenden „Urhahn“ ist ein faszinierendes Erlebnis, das Wissen, Können und jagdliches Geschick erfordert ...

DI Miriam Traube

Die Jagd auf den Auerhahn ist ein fester Bestandteil der Tiroler Jagdkultur, jedoch unterliegt diese Wildart strengen Schutzbestimmungen, die die Jagd beeinflussen und stark reglementieren. Durch den § 38a des TJG 2004 i. d. g. F. und die 5. Durch­führungsverordnung (DVO) ist es in Tirol möglich, die Bejagung bestimmter Arten von Hühnervögeln – Auer- und Birkhühner – in geringen Mengen und unter streng überwachten Be­dingungen zu erlauben. Die geringe Menge, welche momentan auf ins­gesamt 165 Auerhahnen für ganz Tirol festgeschrieben ist, ist in der 5. DVO für jeden der neun Tiroler Bezirke genau definiert. 
Im Jahr 2015 wurden in Tirol insgesamt 122 Auerhahnen erlegt. Die per DVO festgelegte maximale Entnahmemenge wird aufgrund des landesweiten Raufußhuhnmonitorings (Balzplatzzählung) festgesetzt und bei Bedarf angepasst. Die Freigabe darf dabei 1 % der jährlichen Mortalität (Sterblichkeitsrate in einem bestimmten Zeitraum) nicht überschreiten. 

Monitoring
Das Monitoring der Raufußhühner ist eine der wichtigsten Voraussetzungen der Frühjahrsbejagung in Tirol und basiert auf drei Säulen: 

  • Zum einen gibt es das landesweite Monitoring, welches vom Tiroler Jägerverband organisiert und vom Forschungsinstitut für Wildtierkunde und Ökologie der Vet.-Med. Univ. Wien ausgewertet wird. Das Amt der Tiroler Landesregierung – Abteilung landwirtschaftliches Schulwesen, Jagd und Fischerei –trägt die Kosten des Monitorings. Im fünfjährigen Turnus werden alle Balzplätze und Lebensräume von Auer-, Birk- und Schneehuhn erfasst. Dafür erhält jeder Jagd­pächter vom Tiroler Jägerverband Zählblätter für Auer- und Birkwild, Jagdgebietskarten für alle drei zu erfassenden Arten und eine Erfassungsrichtlinie. Die Lebensraumkartierung erfolgt mittels spezieller Jagdkatasterkarten mit einem Netz aus Rasterquadraten (100 ha pro Quadrat). An allen Balzplätzen werden gebietsweise synchrone Zählungen durchgeführt, die vom Hegemeister organisiert und auf die Richtigkeit der Durchführung hin überprüft werden. Die Zähldaten werden zentral beim Tiroler Jägerverband gesammelt und dann nach Wien zur Auswertung geschickt. 
  • Die zweite Säule ist die jährliche Erfassung der Raufußhuhnbestände und deren fristgerechte Meldung – am 30. September – an die Behörde. Diese Meldungen sind Voraussetzung für die Freigabe von Abschüssen bei Auer- und Birkwild. 

Artikel in der aktuellen Ausgabe auf Seite 50. 

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