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IM JAGDREVIER

Im Jagdrevier, Jnner 2020

Joh. Springer's Erben

Wer eine handgemachte, hochwertige Jagdwaffe mit umfang­reicher Individualisierung möchte, ist bei Joh. Springer’s Erben bestens aufgehoben. In der Wiener Josefsgasse schlägt das Herz des k. u. k. Hof- und Kammerlieferanten, der bereits seit 1836 besteht.

Oliver Deck, MSc.

Ein besonders geschichtsträchtiges Unternehmen mit Sitz in Wien, Joh. Springer’s Erben, hat das WEIDWERK in der Josefs­gasse im achten Wiener Gemeinde­bezirk besucht, um sich das Springer-­Museum, das im Sommer 2019 eröffnet worden ist, anzusehen.

Geschichte erleben
Unter einem Museum stellt man sich grundsätzlich einen historisch "hochschwangeren" Ort vor, in dem man ­möglichst mit allen Sinnen in die ­Geschichte eintauchen kann. Mit dieser Erwartung betreten wir die neu ge­staltete Filiale in der Josefsgasse und kommen bereits wenige Minuten ­später, als wir den Fuß in den großen Museumsraum mit direkt an­grenzender Schauwerkstätte setzen, aus dem Staunen nicht mehr heraus: Einen Blickfang stellt in diesem Raum mit gemütlich-­gediegener Atmosphäre die Gewehrsammlung der Familie Springer mit einigen äußerst exquisiten Expo­naten des 19. und 20. Jahrhunderts dar, darunter etwa ein wundervoll gravierter Kugelstutzen aus dem Jahr 1888, den Johann Springer für Kaiser Franz Joseph (1830–1916) gefertigt hat, der ihn wiede­rum seinem Sohn, Kronprinz ­Rudolf (1858–1889), schenkte.

Schauwerkstatt
Im Nebenraum befindet sich – durch eine Glaswand getrennt – die Schauwerkstätte, in der heute noch Büchsen und Flinten endgefertigt werden. 

„Die Filiale in der Josefsgasse ist vor allem für die Produktion und den ­Service ­zuständig“, erklärt Geschäftsführer Christian Springer, während er uns durch die Räumlichkeiten führt. In einem Nebenraum der Werkstatt ­befindet sich der „Fitting Room“, in dem der Kunde das Gewehr nach seinen Ansprüchen gestalten lassen kann. Die Herstellung eines Gewehrs findet in der Regel per „Reverse Engineering“ statt. Dabei wird die Neuwaffe in Design und Technik Gewehren aus dem 19. und 20. Jahrhundert nachempfunden. – Im Begegnungsbereich des Museums haben wir Geschäftsführer Christian Springer zum Interview gebeten.

WEIDWERK: Herr Springer, seit wann gibt es die Firma Springer? Erzählen Sie uns bitte etwas über die Geschichte Ihres Unternehmens!

Christian Springer: Die Firma Springer, mit Sitz in Wien, gibt es seit 1836. Zu der Zeit gab es einige Büchsenmacher­familien in Wien: Die Firma Nowotny aus Prag und die Firma Springer aus Nordungarn haben sich Mitte des 19. Jahrhunderts in Wien getroffen, verehelicht (Heirat Johann Springer & Katharina Nowotny, Anm.) und sind somit zu Johann ­Springer’s Erben, verschmolzen. 

Von 1890 bis 1895 haben wir etwa 5.000 Gewehre und bis 1955 weitere 5.000 Gewehre produziert. Mit dem Wiederaufbau der Republik nach der Besatzung haben auch wir uns ver­ändert. Wir sind von der Produktion in den Handel gegangen. Vor etwa zehn Jahren haben wir die Produktion von Repetiergewehren wieder aufgenommen. Im Moment produzieren wir etwa 10 bis 12 Repetiergewehre pro Jahr. Im Herbst 2019 haben wir mit dem Bau von Flinten, kombinierten Waffen und Doppelkugelbüchsen begonnen. 

 

Artikel in der aktuellen Ausgabe ab Seite 42. 

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