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IM FOKUS

Im Fokus, April 2020

Angebirscht

Für Jäger und Naturinteressierte bietet jeder Monat des Jahres seine Highlights. Während manche Naturschauspiele, wie Brunft oder Balz, meist recht spektakulär ablaufen, gibt es auch zahlreiche Details, die uns auf den ersten Blick verborgen ­bleiben. Zeit, diese vor den Vorhang zu holen. – 13. Teil: Feldhase.

Oliver Deck, MSc

Dieser Tage kommt er wieder: der Osterhase – ein erfolgreich vermarktetes Abbild des Feldhasen. Werfen wir einmal einen Blick auf ­seinen Jahreslauf. Während Reh-, Sika-, Gams- und Steinwild im April mit dem Fellwechsel beginnen und den Meta­bolismus langsam wieder ankurbeln, sind die Feldhasen schon mitten in der Fortpflanzungs- beziehungsweise Rammelzeit. Diese kann bei gutem Wetter ­bereits im Jänner beginnen, wodurch Ende Februar die ersten Junghasen möglich sind. Deren Überlebens­wahrscheinlichkeit ist durch die nasskalte Witterung jedoch äußerst gering. Üblicherweise geht die Rammelzeit daher erst im Februar los, was zum Setzen der Junghasen im März – der sogenannten „Märzhasen“ – führt.

Steppenbewohner
Ursprünglich sind Feldhasen Bewohner halboffener Landschaften, wie Steppen. In geringen Dichten können sie auch in Wäldern und im Gebirge bis über die Waldgrenze hinauf vorkommen. Das Steppenleben ist entbehrungsreich, Nahrung kommt nur spärlich vor, und ent­sprechend gering sind die Dichten der Feldhasen in diesen Lebensräumen. 

Mit dem Sesshaftwerden des ­Menschen, der Rodung von Wäldern und dem Anlegen von landwirtschaftlichen Flächen eröffneten sich dem Feldhasen auch in unseren Gefilden neue Lebensräume. Er zählt damit zu einem der ältesten Kulturfolger und hat seinen Lebensraum um reich strukturierte Agrarlandschaften mit Brachen, Hecken und Randlinien erweitert. Bevorzugt werden ein ausgeglichenes Klima und geringe Niederschlagsmengen. 

Diese Ansprüche konnten unsere Agrarflächen bis etwa in die 1970er-­Jahre erfüllen. Dann wurde der Agrarsektor umgestellt und die Technisierung vorangetrieben. Hinzu kommen der Ausbau des Verkehrswegenetzes und die teils steigende Population von Beute­greifern. Im Gegensatz zum Lebens­raum mangelt es dem Feldhasen nicht an Fressfeinden!

Scharfe Sinne
Doch Feldhasen sind anpassungsfähig. Sofern geeignete Lebensräume vor­handen sind, hat Meister Lampe, wie er in der Fabel genannt wird, noch ein paar Tricks auf Lager. Er ist sehr flink – bis zu 80 km/h schnell.

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Artikel in der aktuellen Ausgabe ab Seite 22. 

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