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GELESEN

Gelesen, September 2018

Ansitzjagd auf Rehe – wie, wann, wo?

Gerade erst ist die Blattzeit zu Ende gegangen. Die Böcke sind faul geworden. Geißen und Kitze rücken beim Rehjäger in den Mittelpunkt des Interesses. Wer früh genug mit der Geißenbejagung beginnt, der braucht später dem Abschussplan nicht mehr hinterherzulaufen. – Ein Buchauszug aus dem neuen Praxisbuch von Bruno Hespeler.

Im Rehwildrevier steht die Mehrheit der Hochsitze wohl an Grenzlinien. Darunter versteht man vertikale Strukturen, wie beispielsweise Waldränder. Solche bilden nicht nur die Grenze zwischen Wald und Feld, wir finden sie – die Forstwirtschaft macht es möglich – auch im Inneren der Wälder, etwa dort, wo sich Altbestand und Hiebs- oder Jungwuchsfläche treffen. Auch Forststraßen, Leitungstrassen oder Abteilungslinien schaffen solche vertikalen Strukturen. Häufig werden diese Grenzlinien zwischen hohem und niedrigem Bewuchs, zwischen heller Offenfläche und dunklerem Bestand von Wegen begleitet. Diese können für die Rehe durchaus attraktiv sein. Grundsätzlich sind Grenzlinien aber auch gefährlich für sie. Der Wechsel zwischen dunkel und hell, dicht und offen kann Überraschungen bergen. Da ist es gut, wenn irgend möglich, erst einmal im sicheren Bestandesinneren die Lage zu sondieren. Umgekehrt natürlich genauso. Wenn wir am Waldrand stehend einziehende Rehe erwarten, bemühen wir uns ja auch, nicht offen dazustehen. Wir versuchen, uns hinter der Kulisse zu verbergen. Wechseln die Rehe allerdings im Bestand an, haben wir schlechte Karten. Wir befinden uns – aus Sicht der Rehe – auf dem Präsentierteller; wir stehen am Bestandesrand praktisch dunkel vor einem helleren Hinter­grund. Jede unserer Bewegungen fällt auf. 
Ebenso gefährlich ist das Überqueren von Wegen oder Linien. Wenn man nicht ganz sicher sein kann, dass die Luft sauber ist, überquert man solche Bereiche so schnell wie möglich. Wir sehen das bei den Rieglern, bei denen Wege und Linien immer wieder abgestellt werden. Wenn wir dort Anblick haben, dann meist den hochflüchtiger Rehe. Langsame oder gar in Ruhe auf Wegen oder an deren Rändern äsende Rehe erleben wir beim Ansitz auch, aber nur dann, wenn sie in Ruhe anwechseln und ausreichend lange sichern konnten. Dabei kommt ihnen bei fast allen vertikalen Strukturen der Wind entgegen, der hier besonders unberechenbar ist. Manche dieser Trennlinien müssen von den Rehen beim Wechseln zwischen Äsungs- und Ruhefläche einfach überschritten werden. Bestes Beispiel ist der Waldrand. Andere können überschritten oder auch umgangen werden. Jedenfalls handelt es sich immer um Örtlichkeiten, an denen die Rehe – wenn möglich – erhöhte Vorsicht walten lassen. Und genau dort warten wir Jäger bevorzugt auf sie ...

Artikel in der aktuellen Ausgabe auf Seite 69. 

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