Previous Frame Next Frame

FISCHEN

Fischen, Oktober 2017

Weidgerechtigkeit beim Fischen

Einer der wesentlichen Aspekte, wie wir Fischer in der Öffentlichkeit wahrgenommen werden, ist der verantwortungsvolle Umgang mit dem Lebewesen Fisch. Darum widmen wir diesem wichtigen Thema eine spezielle Serie. – 1. Teil.

Text & Fotos Wolfgang Hauer

In dieser Serie geht es vor allem darum, wie man jene Fische be­handeln sollte, die man wieder in das Wasser zurücksetzt. Der schonende Umgang mit lebenden Fischen muss auch bei Jungfischer-Ausbildungen und Guiding-Touren ein zentrales Thema sein, denn technisches Know-how und eine teure Ausrüstung allein machen noch lange keinen weid­gerechten Fischer . . .
Auch wenn Jäger und Fischer vieles verbindet – etwa die Liebe zur Natur –, so gibt es doch einige wesentliche Unterschiede. Der Jäger kann sein Wild meist nur aus der  Ferne beobachten und muss oft aus großer Dis­tanz beurteilen, ob es zum Abschuss frei ist oder eben nicht. Ist die Kugel einmal aus dem Lauf, ist diese Entscheidung unwiderruflich. Fischer können ihre Beute aus nächster Nähe betrachten, zum Beispiel solange der Fisch noch im Kescher ist, und dann in aller Ruhe entscheiden, ob der Fisch entnommen oder doch wieder zurückgesetzt wird. Ist das soeben gefangene Exemplar ein wertvolles Muttertier – in der Schonzeit oder zu klein –, können wir es wieder in die Freiheit entlassen. In Österreich ist diese Entscheidung jedem einzelnen Fischer überlassen, in Deutschland sieht die Sache bereits völlig anders aus. 
Eine wesentliche Frage ist allerdings, ob der gefangene Fisch auch gute Überlebens­chancen hat. Denn nur dann macht es auch Sinn, ihn freizulassen. Einen offensichtlich schwer verletzten und nicht überlebensfähigen Fisch zurückzusetzen, hat mit Weid­gerechtigkeit absolut nichts zu tun. Im Gegenteil, das ist sogar unverantwortlich.

Gedanken im Vorfeld . . .
Recht sinnvoll ist es, wenn man sich schon im Vorfeld darüber Gedanken macht, welche Fische gerade Schonzeit haben bzw. welche Mindestmaße im jeweiligen Gewässer gelten, denn Fischereibestimmungen variieren in den verschiedensten Gewässern oft erheblich. Ich persönlich setze den überwiegenden Teil meiner gefangenen Fische zurück, bekenne mich aber auch zur selektiven Entnahme. Wenn ich also einen Fisch zum Verzehr entnehme, dann wähle ich Größenklassen aus, die dem Bestand möglichst wenig schaden. Ein sogenanntes „Küchenfenster“ ist in vielen Fällen eine recht sinnvolle Regelung: Dabei werden große, offensichtlich gesunde Laich­fische wieder zurückgesetzt, und nur Fische mitt­lerer Altersklassen entnommen, von denen es in der Regel wesentlich mehr gibt und die auch besser schmecken. Im Übrigen gehört eine maßvolle Entnahme zu jeder vernünftigen Bewirtschaftung, und es bedarf keinerlei Rechtfertigung, wenn man einen Fisch zum Verzehr entnimmt ...

Artikel in der aktuellen Ausgabe auf Seite 30. 

Neugierig geworden? Hier das WEIDWERK-Schnupperabo bestellen!