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FISCHEN

Fischen, Mai 2018

Junghuchen oder Forelle?

So mancher Junghuchen findet sein jähes Ende als „große schlanke Forelle“, und das ist in Anbetracht seiner Einstufung als gefährdete Art und des Aufwandes beim Besatz nicht hinnehmbar! Deshalb sollen in diesem Beitrag die wesentlichen Unterschiede zwischen Junghuchen und Forellen dargelegt werden.

Wolfgang Hauer

Der Huchen zählt europaweit zu den bedrohten Fischarten – das ist nichts Neues. In der roten Liste der gefährdeten Fischarten Österreichs ist er als stark gefährdet („endangered“) eingestuft. Als eine Art von gemeinschaftlichem Interesse ist er in der FFH-Richtlinie der EU in den Anhängen II und V angeführt. Die Ursachen dafür sind vielfältig und teilweise bekannt. Oft liegen sie in fehlenden oder nicht geeigneten Laichplätzen sowie am Mangel an natürlichen Lebens­räumen, also nicht ausreichend vorhandenen intakten Fließ­strecken. Dennoch werden selbst heute noch letzte verbliebene Fließstrecken der Wasserkraft „geopfert“. 
In manchen Flüssen haben auch die sehr hohen Wassertemperaturen im Sommer fatale Folgen – Stichwort Klima­erwärmung. Und da viele heimische Flüsse eine dramatisch geringe Fischbiomasse aufweisen, spielt vor allem für Jung­huchen akuter Nahrungsmangel eine erhebliche Rolle. Nicht zuletzt haben auch verschiedene Prädatoren in Fließgewässern einen direkten bzw. indirekten negativen Einfluss auf die Huchenbestände. 
Viele Ursachen für den Rückgang der Huchenbestände lassen sich derzeit nicht ändern bzw. werden sich noch verschlimmern. Deshalb versuchen viele Bewirtschafter, die Huchen­bestände mit Besatzmaßnahmen zu unterstützen. Auch wenn dies meist nur die Symptome bekämpft, anstatt die Ursachen zu verändern, gäbe es ohne Besatz durch die Fischer in vielen Revieren längst keine Huchen mehr. 

Junghuchen vs. Forellen
Um diese Besatzhuchen wenigstens von angelfischereilicher Seite best­möglich zu schützen, sollen hier die wesentlichen Unterschiede zwischen Forellen und Junghuchen in Erinnerung gerufen werden. – Denn so mancher Junghuchen findet sein jähes Ende als „große schlanke Forelle“, und das ist in Anbetracht des Aufwandes beim Besatz und des hohen Preises von Junghuchen nicht hinnehmbar! Man muss an dieser Stelle jedoch anmerken, dass solche kapitalen Fehler vor allem nach Besatzaktionen mit Junghuchen passieren und dabei wiederum vor allem Fischer betreffen, die in ihrem Leben noch keinen lebenden Huchen gesehen haben ...

Artikel in der aktuellen Ausgabe auf Seite 22. 

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