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FISCHEN

Fischen, Dezember 2019

Joint Danube Survey

Bei der "Joint Danube Survey" erheben die Anrainerstaaten der Donau sowie einiger großer Zuflüsse biologische und chemische Daten zur Untersuchung der Gewässerqualität. - Ein Projekt, das seinesgleichen sucht!

Wolfgang Hauer

Die internationale Kommission zum Schutz der Donau (ICPDR) führt die umfangreiche Untersuchung der Donau seit 2001 in sechsjährigen Intervallen durch. Beteiligt sind renommierte Wissenschafter aus Deutschland, Öster­reich, Tschechien, der Slowakei, Ungarn, Kroatien, Bosnien und Herzegowina, Serbien, Montenegro, Rumänien, Bulga­rien, Moldawien und der Ukraine.

Als Ergebnis dieser umfangreichen Untersuchungen werden hochquali­tative und vergleichbare Daten zu Fisch-, Krebs-, und Muschelbeständen, Makro­zoobenthos (wirbellose Tiere der ­Gewässersohle), Phytobenthos (niedere Wasserpflanzen, Algen), Makrophyten (höhere Wasserpflanzen), Wasserqualität, Mikroplastik und Schwermetallen von der Quelle bis zur Mündung ins Schwarze Meer erwartet. Von den ­insgesamt 51 Messstellen liegen fünf an der österreichischen Donau: Jochen­stein (OÖ), Enghagen (OÖ), Oberloiben (NÖ), Klosterneuburg (NÖ) und Hainburg (NÖ). Den Vorgaben der EU-Wasser­rahmenrichtlinie zur Erreichung des sogenannten „guten ökologischen ­Zustandes“ folgend, sollen die Untersuchungsergebnisse auch Aufschluss über die Notwendigkeit von Maßnahmen zur Verbesserung des ökologischen ­Zustandes geben und dabei Lücken in der Umsetzung der Wasserrahmenrichtlinie schließen.

In Österreich wird die Unter­suchung durch das Bundesministerium für Nachhaltigkeit und Tourismus durchgeführt. Neben Deutschland und der Europäischen Kommission hat sich Österreich auch maßgeblich an der ­Finanzierung dieses wichtigen Projekts beteiligt. Das Bundesamt für Wasserwirtschaft, Institut für Gewässer­ökologie und Fischereiwirtschaft in Scharfling (BAW-IGF), übernimmt den Großteil der Fischbestandserhebungen.

Ausgewählte Fischarten, wie Laube, Aitel oder Schwarzmundgrundel, werden stichprobenartig auf Schwer­metalle untersucht. Dazu wurden ­einige Individuen dieser Fischarten gefangen und zur Analyse an ein Speziallabor in ­Bulgarien geschickt.

Suche nach Aliens
Ein weiterer Schwerpunkt bei der ­diesjährigen Studie liegt auf der ­Unter­suchung invasiver Tier- und Pflanzen­arten sowie deren Einfluss auf heimische Arten. Während dies bei den Fischen mit standardisierten Befischungsmethoden abgedeckt wurde, kamen heuer erstmals Reusen für Krebse zum Einsatz, um Erkenntnisse über die Ausbreitung von nicht heimischen Arten, wie Signal- und Kamberkrebs oder auch Wollhandkrabbe, zu gewinnen.

Dass Mikroplastik in fast allen Flüssen und Seen vorhanden ist, wurde bereits durch zahlreiche Untersuchungen belegt. Für die Donau und ihre Zubringer fehlen bislang ­umfangreiche Daten zum Vorkommen von Plastikpartikeln. Mit speziell für diesen Zweck entwickelten Sammel­geräten soll die Menge an Mikroplastik in der fließenden Welle der Donau ­ermittelt werden.

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Artikel in der aktuellen Ausgabe ab Seite 42. 

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