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FISCHEN

Fischen, August 2019

Sommergewitter

Dass es keine gute Idee ist, während eines Gewitters auf dem Wasser zu sein, ist vermutlich jedem klar. Manchmal verfallen aber Fische vor bzw. nach einem Gewitter geradezu in einen Fressrausch.

Wolfgang Hauer

Gewitter gehören zum Sommer wie das Amen zum Gebet, und ich persön­lich liebe diese beeindruckenden Naturschauspiele sehr. Die aufziehenden dunklen Wolken in der Ferne, das Donnergrollen, das immer näher kommt, die gleißenden Blitze, die am Himmel hin und her zucken und schließlich der aufkommende Sturm sowie die ersten großen Regentropfen. Das alles gehört für mich zu einem ­anständigen Sommergewitter.

Moderne Helfer
Heute wissen wir dank diverser Apps meist schon im Vorfeld, ob ein Gewitter kommen wird, aber wirklich berechenbar sind solche Ereignisse trotzdem nicht. Und da Unwetter oft sehr lokal auftreten, kann aus einem kleinen blauen Punkt am Regenradar sehr schnell eine tiefrote Gewitterzelle ­werden. Auch wenn die elektronischen Helferlein sehr praktisch und funk­tionell sind, sollte man bei solchen ­Naturereignissen auch auf den eigenen ­Instinkt hören. Beim Fischen suche ich in solchen Situationen Schutz im Auto oder in einem Unterstand, denn Blitze und Angelruten sind eine gefährliche Kombination.

Blitzableiter?
Direkt bei einem Gewitter mit Blitzen zu fischen, vielleicht noch mit einer sieben Meter langen Kohlefaserstippe, ist keine besonders gute Idee. Dann kann nämlich aus einer Kohlefaserrute eine „Verkohltfaserrute“ werden, und vom teuren Blank bleiben nach einem Blitzeinschlag nur noch die langen ­Fasern übrig, die wie ein Pferdeschweif aussehen.
In solchen Situationen mit dem Boot auf offenen Gewässern wie etwa Seen zu fischen, ist definitiv lebens­gefährlich, nicht nur wegen der Blitze, sondern auch wegen der plötzlich ­aufziehenden Stürme. Auch wenn ­ungleich mehr Menschen im Straßen­verkehr ihr Leben lassen, sollte man bedenken, dass gerade Kohlefaserruten wie Blitzableiter wirken können. Selbst wenn der Blitz nicht in die Rute direkt, sondern „nur“ in der Nähe im Gewässer einschlägt, kann es zu elektrischen Schlägen kommen, die sich auf den Fischer übertragen. Das kann zu schwersten Verletzungen und im schlimmsten Fall sogar zum Tod führen. Auch Fische können durch einen Blitzeinschlag sterben. Abhängig von der Entfernung zum Einschlagsort, der Wassertiefe und auch der Größe der Fische – Stichwort: Gestaltspannung –, können einzelne größere Exemplare oder aber auch zahlreiche kleinere Fische betroffen sein. Übrigens: Gefährliche Blitze können schon einschlagen, bevor das eigentliche Gewitter beginnt!

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Artikel in der aktuellen Ausgabe ab Seite 30. 

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