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ERZHLUNG

Erzhlung, Juni 2019

Marderstampern!

Der Steinmarder, ein listiger Räuber, versteht es perfekt, sich beinahe überall zu Hause zu fühlen, wo er Nahrung und Unterschlupf findet. Deshalb sind Schuppen und Gehöfte am Ortsrand besonders interessant für diesen Kulturfolger. Aber auch Holzstöße jeder Art und Form nimmt er gerne an.

Ing. Heinz-Jörg Sattler

Das „Marderstampern“, wie man es bei uns nennt, wird in regelmäßigen Abständen durchgeführt.

Die Bejagung des Steinmarders ist eine ­wichtige Maßnahme, um den Raubwilddruck am Nieder­wild gering zu halten. Ende Juni, Anfang Juli ist die Losung des Steinmarders oft zu sehen und leicht zu erkennen, da sich in ihr einige Kirsch­kerne befinden, die der Marder nicht verdauen kann. Sie sind ein Indiz, dass er im Revier ist!

Es ist schon eine Weile her, als wir, zwei Jäger und drei Terrier, an einem heißen Sommer­tag mit unseren Schrotflinten losgingen, um unsere Revierrunde zu machen.

Wir kontrollierten die Holzstöße neben den Forststraßen genauso wie die Heuhütten und Schuppen am Waldrand. Normalerweise zeigen die Hunde das Raubwild sofort an, aber diesmal war es wie verhext – nirgends witterten die Hunde einen Marder!

Anhand der Losung mussten ­mehrere Marder hier sein. Plötzlich schlug ein Hund zögerlich an einem Holzstoß neben der Forststraße an. Wir gingen sofort in Position und luden unsere Flinten mit feinem Schrot. Jetzt wurden auch die anderen Hunde neugierig und witterten interessiert in den Holzstoß.

„Ja, da sollte einer drin sein“, nickten wir einander zu. Diese drei Terrier waren ein eingespieltes Team, was das Marderjagen ­betrifft. Nach unzähligen Jagdgängen wussten sie bereits genau, was zu tun ist! 

Voll in Fahrt!
Ein Hund ist am Pass im oder neben dem Holzstoß und wartet, wobei die anderen beiden Hunde als Treiber fungieren und versuchen, den Marder locker zu machen.

Wenn die Hunde so richtig in Fahrt sind und Laut geben, ist diese Jagdart auf jeden Fall etwas Besonderes und Spannendes, denn sollte der Marder springen, bleibt nicht wirklich viel Zeit, um ihn anzusprechen, die Flinte zu entsichern, in Anschlag zu gehen und treffsicher zu schießen. Wenn es wieder so sein sollte, dauert dieser Vorgang nur ein bis zwei Sekunden. Um die Hunde nicht zu gefährden und um keine traurigen Über­raschungen zu erleben, ist ein sicheres ­An­sprechen des Wildes Pflicht!

Gespannt harren wir der Dinge und ver­suchen, aus den Hunden schlau zu werden. Jetzt dauert es meinem Jagdkollegen schon zu lang, und er motiviert die Hunde, nochmals Laut zu geben und anzuzeigen, wo sie den Marder ­vermuten.

In der Mitte des Holzstoßes geben die Hunde noch einmal kurz Laut. Mein Kollege schlägt mit einem Stock auf die vermeintliche Stelle, an der wir den Marder vermuten, und plötzlich sehe ich eine flinke Bewegung an der Rückseite des Holzstoßes. Die Spannung löst sich, als ich die Bewe­gung als kapitale Feldmaus ansprechen kann, die uns und die Hunde eine gute halbe Stunde zum Narren gehalten hat.

Plötzlich schlagen die Hunde an
Trotz des Umstandes, heute keinen Marder zu Gesicht bekommen zu haben, verließen wir die Stelle und einigten uns darauf, in den kommenden Tagen die Marderjagd weiterzuführen. 

 

...

Artikel in der aktuellen Ausgabe ab Seite 36. 

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