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| WEIDMANN im Februar |



 

 



Schonzeit-Kaliber

"Schonzeit", jene jagdruhige Zeit im Winter, wird gerne auch als Attribut für die kleinen Büchsenkaliber verwendet. Welches Kaliber für welchen Einsatz, welches hat die Nase vorn, wo liegen die Vorteile, wo die Probleme?

Leistungsschwache Randfeuerpatronen
Die Kalibergruppe mit Randfeuerzündung gehört zu den leistungsschwächsten, die jagdlich Verwendung finden. Sowohl die zielballistische als auch die außenballistische Leistung ist sehr begrenzt. Diese Kalibergruppe beginnt mit der .22 l.r. ("long rifle", 5,6 mm), die bei größerem Raubwild zweifellos an ihre Grenzen stößt. Bedenkt man die Lebendgewichte bei Dachs und Fuchs, dann muss die Kugel schon perfekt sitzen, damit eine ausreichende Schusswirkung erreicht werden kann. Weiters ist bereits bei 50 bis maximal 70 m Schluss, da durch das langsame Geschoss eine Abweichung der Treffpunktlage (meist nur Bleigeschoss) resultiert.
Die leistungsstärkere .22 Win. Mag. (5,6 mm) ist schon durch die höhere Anfangsgeschwindigkeit jagdlich besser geeignet. Die Schussentfernung liegt bei 70 bis maximal 100 m. Für Einsteckläufe wird die .22 Win. Mag. sehr häufig verwendet, insbesondere wenn diese nicht bis zur Mündung der kombinierten Büchse reichen.
Laut aktuellen Verkaufszahlen zeigt der Trend in Richtung der kleinen .17 HMR ("Hornady Magnum Rimfire"). Diese giftige Patrone im Kaliber von 4,5 mm verschießt Geschosse von 1,1–
1,3 g bei 720–780 m/s Anfangsgeschwindigkeit. Das Geschoss zerlegt sich im Wildkörper und ist für Schussentfernungen von 100 bis maximal 120 m tauglich. Die Außenballistik ist für die Jagd wirklich brauchbar: ein paar Zentimeter Hochschuss auf 50 m und Fleckschuss auf 100 m bei guter Eigenpräzision. Zusätzlich fallen geringe Munitionskosten für das Üben auf dem Schießstand an, womit gute Voraussetzungen für die Jagd insbesondere auf kleines Feder- und Raubwild gegeben sind. Der Knackpunkt ist aber der Wind, denn bei diesen leichten Geschossen wirkt sich schon leichter Wind ganz ordentlich aus. In diesem Fall ist man dann gleich einmal neben dem Kleinziel, und der Fehlschuss ist perfekt. Regen beeinflusst das Geschoss ebenfalls, es ist mit Tiefschuss zu rechnen. Das heißt, dass auch diesem Kaliber bei der Jagd Grenzen gesetzt sind. Bei schlechten äußeren Bedingungen, wie eben Wind oder Regen, sollte man die Schussdistanz erheblich reduzieren oder auf eine Schussabgabe gänzlich verzichten.

Mehr Leistung mit Zentralfeuerzündung
Früher war es die alte "Vierlingspatrone" 5,6×35 R (heute kaum mehr zu bekommen), die den Klassiker unter den damaligen Schonzeitkalibern darstellte. Nach und nach setzte sich die etwa um 1930 entwickelte .22 Hornet als Schonzeitpatrone mit Zentralfeuerzündung durch und löste die Vierling als Schonzeitkaliber ab. Die Leistungsklasse der .22 Hornet liegt im unteren jagdlichen Einsatzbereich, aber eindeutig über den Kalibern mit Randfeuerzündung. Die Hornet ist sehr beliebt bei der Jagd, insbesondere auf den Winterfuchs und dort, wo erlaubt, auch auf den Kleinen Hahn oder das Murmeltier. Die zielballistische Wirkung dieses Kalibers gilt als sehr gut tötend, dabei aber wenig zerstörend hinsichtlich etwaiger Präparate. Die .22 Hornet eignet sich durch die innenballistisch günstige Leistungsebene auch sehr gut für Einsteckläufe in kombinierten Jagdgewehren. Da die Geschossgewichte etwa bei 2,5–3,5 g liegen, ist der Einfluss von Wind und Regen nicht so stark wie bei der .17 HMR. Aber auch hier gilt: Bei schlechten außenballistischen Verhältnissen muss die Schussentfernung reduziert werden, sonst geht es daneben. Die günstigste Einschussentfernung GEE liegt bei etwa 140 m, und hier endet auch bei günstigen außenballistischen Verhältnissen ihre jagdliche Einsatzschussentfernung. Die .22 Hornet kann dank ihrer guten Eigenpräzision als eine absolute Option für das jagdliche Wettkampf- bzw. Übungsschießen empfohlen werden ...

Norbert Steinhauser

Den vollständigen Artikel finden Sie im aktuellen
auf Seite 40.



 

 

Schonzeitpatronen:
.22 l.r., .17 HMR,
.22 Win. Mag., .22 Hornet,
.222 Rem., .223 Rem.,
.222 Rem. Mag., 5,6×50 R Mag. (v. l. n. r.).

Foto Norbert Steinhauser