Aktuelles Heft

 

| September-Kalendarium |



 

 



Tage der Jagdruhe 2010

  • Karfreitag (2. 4.)
  • Ostersonntag (4. 4.)
  • Pfingstsonntag (23. 5.)
  • Allerheiligen (1. 11.)
  • Allerseelen (2. 11.) – gebietsweise jagen erlaubt
  • Heiliger Abend (24. 12.) – gebietsweise jagen erlaubt
  • Christtag (25. 12.)
  • Neujahrstag (1. 1.) – gebietsweise jagen erlaubt

    Gebietsweise sehr unterschiedliche Regelungen –
    bitte beachten!

In & Out

 

Vorausdenkende Jäger, die Kindergärten und Schulen bei Naturprojekten betreuen.

 

 

 

 

Hemmungslose Gatterschießer, die so gerne von ihren "Ruhmestaten" erzählen.

Was ist los im Revier?

Rotwild. Das Röhren dient den Hirschen nicht zuletzt als Orientierungshilfe. So können sie anhand der Stimmlage abschätzen, ob ein Kontrahent jung oder reif ist. Weiters bringt das Schreien der Hirsche die Tiere in Stimmung und fördert deren Eisprung. Apropos: Tiere suchen sich ihren Hirsch aus und bevorzugen eindeutig ältere Hirsche, die ausgeglichen und ruhig um sie werben. Zu Beginn der Brunft verfügen Hirsche über "sichtbare" Fettreserven, ihr Körper wirkt walzenförmig – der Gewichtsverlust im Zuge der Brunft kann aber sehr unterschiedlich ausfallen. Vor allem Platzhirsche, die sich behaupten müssen, verlieren deutlich an Gewicht – die gesamte Körpermasse scheint sich nach vorne zu verlagern.
Rehwild. Beim Bockkitz, das ohne Anzeichen von Rosenstöcken auf den Stirnbeinen gesetzt worden ist, können die sich ab dem dritten Lebensmonat entwickelnden Rosenstöcke in den nächsten Wochen bereits eine Länge von 3 cm und einen Durchmesser von bis zu 1 cm aufweisen. Zu Herbstbeginn stellen sich die Rehe wieder zu Sprüngen zusammen. Da sie nun auch mit dem Verfärben beginnen, ist ein frühzeitiger Beginn des Geißen- und Kitzabschusses nicht zuletzt aufgrund des dann etwas schwierigeren Ansprechens besonders sinnvoll.
Damwild. Damhirsche verfegen mit Ausnahme der Hirsche vom ersten Kopf – Spießer haben den Bast bereits Ende Juli oder im August abgestreift – bis etwa 10. September.
Murmeltiere. Murmel bereiten sich auf den bevorstehenden Winterschlaf vor, indem sie einerseits einen entsprechenden Feistvorrat anlegen und andererseits den Bau mit getrocknetem Gras auspolstern ("einheuen"). Sie halten sich jetzt viel im Freien auf, schönes Wetter wird für ausgiebige Sonnenbäder genutzt.
Schnepfen. Mit Ausnahme der Lagerschnepfen, die bei uns überwintern, ziehen die Waldschnepfen wieder in ihre Winterquartiere.

Wie steht's ums jagdliche Wissen?

Fragen

  1. Warum wirkt sich ein zugunsten des Kahlwildes verschobenes Geschlechterverhältnis negativ auf den gesamten Rotwildbestand aus?
  2. Was versteht man darunter, wenn der Hirsch "einen Kern bekommt"?

Antworten

  1. Besteht ein ausgewogenes Geschlechterverhältnis, werden Kahlwildrudel von je einem Platzhirsch "kontrolliert". Dieser hält sein Brunftrudel zusammen, verteidigt es gegen Rivalen, prüft die darin befindlichen Tiere ständig auf ihren Brunftzustand und beschlägt sie möglichst gleich beim ersten Eisprung. Dies alles hat eine kurze Brunft zur Folge. Besteht ein Überhang an weiblichem Wild bzw. fehlt der Platzhirsch, werden die brunftigen Tiere oft nicht beim ersten Eisprung beschlagen, sondern kommen ein zweites oder sogar drittes Mal in den Östrus. Damit dauert die Brunft länger als gewöhnlich, und ein späteres Setzen der Kälber ist die Folge. Diese haben in der Regel weniger Zeit zum Wachsen, bleiben also schwächer. Aus schwachen Kälbern resultieren schwache Schmaltiere, die wiederum, falls überhaupt, später brunftig werden – die Brunft wird dadurch in die Länge gezogen, was eindeutig auf Kosten der Hirsche geht, die weniger Zeit zur "Rehabilitation" vor dem Winter haben. Der daraus hervorgehende Ausfall bei den Hirschen verschiebt das Geschlechterverhältnis zusätzlich.
  2. Es geht um ein Merkmal, an dem man einen alten Hirsch erkennen kann: Erfahrene Rotwildjäger sprechen dann davon, dass ein Hirsch einen Kern bekommt, wenn das Brustbein zwischen den Vorderläufen – von der Seite betrachtet – deutlich erkennbar wird. Weiters scheinen die Vorderläufe alter Hirsche in der Körpermitte zu stehen.